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papierfliegerin

Posted on 5.2.2020

In diesem vierten Teil treffen wir auf Hunter und Megan. Dass er sich für sie interessiert, war bereits aus vorangegangenen Teilen bekannt, doch so richtig kennenlernen durften wir die beiden erst jetzt. Ich muss gleich vorweg nehmen, dass ich die Gefühle zwischen ihnen überhaupt nicht nachempfinden konnte – weder die Liebe noch die Leidenschaft erreichten mich beim Lesen. Hunter ist ein unglaublich attraktiver Kerl mit einem Herzen aus Gold. Durch seinen Beruf als Finanzchef sticht er für mich so ein wenig aus der Masse an Figuren, die wir in Butler treffen, heraus. Die meisten sind eher handwerklich aktiv, arbeiten in Werkstätten oder in der Herstellung von Ahornsirup; und achten deshalb nur wenig auf ihr Erscheinungsbild – Hunter hingegen ist jeden Tag top gestylt und managed die Finanzen der Firma perfekt. Schon allein das beeindruckte mich an dem Mann; doch auch im Umgang mit seiner Familie konnte er mich von sich begeistern. Bisher gehört er definitiv an die Spitze meiner Favoriten aus der Reihe. – und das sage ich, obwohl ich Will eigentlich über alles liebe. Tja – da wurde er wohl von Hunter vom Thron gestoßen. Megan hat es jedoch geschafft, meine Meinung zu ihr, die ich mir natürlich schon in Band 1-3 bilden konnte, noch zu verschlechtern. Ich mochte sie vorher schon nicht besonders; ihre zickige, eifersüchtige Art ist mir ständig negativ aufgefallen und obwohl ich große Hoffnung hatte, dass sich das in ihrer eigenen Geschichte jetzt bessert, wurde ich enttäuscht. Marie Force gab sich sehr viel Mühe damit, Megan’s Reaktionen, Handlungen und Gedankengänge logisch zu erklären, sodass es am Ende vielleicht nachvollziehbar gewesen wäre – für mich funktionierte das allerdings nicht. Zwar ließ das zickige Gehabe nach, doch allein die Tatsache, dass ihr Denken und Handeln komplett widersprüchlich war, ruinierte mir die Figur. Ich verstand in keinster Weise, was der tolle Hunter an dieser Frau fand. Mag sein, dass sie optisch was zu bieten hatte, doch charakterlich versagte sie in meinen Augen komplett und schnell war für mich klar, dass ich ihr Hunter überhaupt nicht gönnte. Um diesen Aspekt jetzt mit was Positivem abzuschließen: die Nebenfiguren!! ♥ Wir treffen natürlich wieder auf den kompletten Abbott-Clan, inklusive neuer Familienmitglieder in Form von Cameron und Lucy; auf die Hunde und auf Fred – und jeden einzelnen dieser riesigen Gemeinschaft habe ich seit dem ersten Band unglaublich lieb gewonnen und in der Zwischenzeit zwischen Band 3 + 4 sehr vermisst. Die Handlung rund um Hunter und Megan fiel sehr flach aus. Es passierte recht wenig zwischen ihnen; richtige Gespräche kamen irgendwie nicht zu stande und bis auf die Sex-Szenen, die es definitiv wieder gab, sah ich keinerlei Gemeinsamkeiten zwischen den Protagonisten. Umso unglaubwürdiger fielen für mich auch die Gefühle aus und nachempfinden war mir kaum möglich. Anfangs noch versprach die Geschichte eine Menge Potential, besonders weil endlich mal ohne Drama gesagt wurde, was die Figuren denken und fühlen. Das wäre eine willkommene Abwechslung gewesen zu dem ständigen „umeinander kämpfen“, was es sonst in diesem Genre gibt. Doch irgendwie verlor sich dieser Aspekt sehr schnell und stattdessen fing die Handlung an, sich im Kreis zu drehen. Dabei will ich noch nicht mal behaupten, dass es langweilig geworden wäre – die Atmosphäre von Butler hatte mich einfach wieder gefangen genommen und eingelullt, sodass ich trotz allem weiterlesen wollte. Es ist enorm schwer zu benennen, was hier störte, aber es gab keine richtige Entwicklung in der Lovestory und als der große Wendepunkt kam, fühlte ich mich doch etwas vor den Kopf gestoßen weil dann plötzlich alles unglaublich schnell passierte und man den Geschehen nur schwerlich folgen konnte. Dazu kam, dass sich hier auch viel um Randfiguren gedreht hat. Es fühlte sich an, als wären Marie Force die Ideen ausgegangen, was zwischen den Protagonisten passieren konnte und als Ausweichmanöver wurden Hannah & Co. ins Boot geholt, sodass die Sache zwischen Hunter und Megan wiederum viel zu kurz kam. Wie gesagt, es fällt mir schwer, die richtige Worte zu finden für meine Kritik – aber alles wirkte so unrealistisch und nicht echt. Zu aufgesetzt. Besonders zum Finale diesen Bandes will ich mich kaum äußern, weil ich mich nur in Widersprüche verstricken werde. Einerseits war das ganze derart überspitzt und abgehoben, dass ich es kaum glauben konnte – zum anderen war es dann auch doch wieder schön zu erleben, wie sich die jeweiligen Schalter in den Köpfen der beiden umlegten und das große Happy End kam. Schwierig.. wirklich schwierig. Und zu guter letzt noch ein paar lobende Worte zu Stil und Sprecherin: wie gewohnt gewann sich Marie Force mit ihrer Art des Erzählens. Sie schafft mit bloßen Worten eine heimelige Wohlfühl-Atmosphäre, was Christanie Marx mit ihrer Stimme noch verstärkt. Für mich ist und bleibt diese Kombination einfach perfekt und ich kann absolut nichts finden, was mir nicht gefallen hätte. Selbst die erotischen Szenen fand ich wieder sehr gut getroffen, obwohl ich dabei ja oft wert auf Gefühle lege – doch hier wirkte es trotz allem realistisch und kam bei mir an. Absolut rund; wie ich finde und kein Kritikpunkt wert. FAZIT: „Schenk mir deine Träume“ von Marie Force ist meiner Meinung nach der bisher schwächste Teil der Reihe – und das mit Abstand. Trotz fehlender Sympathie gegenüber der weiblichen Hauptfigur und der doch eher unechten, aufgesetzten Liebesgeschichte fühlte ich mich aber wieder sehr gut unterhalten und absolut wohl in Butler. Vermont ist auch aus literarischer Sicht stets eine Reise wert und wenn man dann noch so wunderbare Menschen wie die Abbotts trifft, scheint die Welt perfekt zu sein. Schade dass Hunter, den ich inzwischen am liebsten habe, eine doch eher flache Geschichte bekam und nicht das, was ich ihm gewünscht hätte. Von mir gibt’s deshalb gut gemeinte 3 Sterne.

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