Profilbild von elisabethdietz

elisabethdietz

Posted on 12.4.2019

Eigentlich ist Lovelace, der Bordcomputer des Raumschiffs Wayfarer, darauf ausgelegt, den Weltraum im Blick zu behalten und sich um das Wohlergehen der Besatzung zu kümmern. Jetzt ist sie auf ein Gehäuse beschränkt, das einem menschlichen Körper gleicht. Weil es illegal ist, eine so mächtige KI mit einem Bodykit zu kombinieren, lebt sie versteckt bei Pepper, die auf einem ziemlich abgefahrenen Mond eine Werkstatt betreibt. Chambers erzählt alternierend, wie Lovelace lernt, in einer verwirrend kleinteiligen Welt zurechtzukommen und wie Pepper, die als gentechnisch erzeugte Kindersklavin in einer Fabrik aufwuchs, entkam, denken lernte und begann, ein eigenständiges Leben zu führen. Dabei ist ihr, wie schon im Vorgänger "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten", Alltag wichtiger als Action, und sie erzählt eine Party spannender als andere eine Weltraumschlacht. Der Roman wirft viele komplexe Fragen auf: Wo verläuft die Grenze zwischen Bewusstsein und Materie, Maschine und Lebewesen? Darf etwas, das ein Bewusstsein hat, zu einem bestimmten Zweck hergestellt und benutzt werden? Welche Rechte haben künstliche Intelligenzen? Und spielt es eine Rolle, ob die elektrischen Impulse, die in der Summe unsere Persönlichkeit ausmachen, durch Nervenbahnen schießen oder durch Silizium?

zurück nach oben