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Wuschel

Posted on 26.3.2019

Beschreibung: Das Telefon klingelt, Tom Babylon wird zu einem Tatort gerufen. In der Kuppel des Berliner Dom wurde eine tote Frau gefunden. Als schwarzen Engel in Szene gesetzt finden die Ermittler das Opfer vor, die niemand geringeres ist als die Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um ihren Hals trägt sie einen Schlüssel mit grauer Plastikkappe in den die Zahl 17 geritzt ist. Sofort wird Tom in seine Jugend katapultiert, denn vor vielen Jahren verschwand seine Schwester Viola mit solch einem Schlüssel. Die Jagd nach der Vergangenheit beginnt. Meinung: Wow! Einfach nur, wow! Ich war schon nach der ersten Leseprobe total angefixt auf das Buch und wurde keineswegs enttäuscht. Marc Raabe hat mit Tom Babylon eine wirklich faszinierende Persönlichkeit geschafften. 1998 verschwand seine Schwester. Im selben Jahr passierten etliche andere mysteriösen Dinge. Daraufhin beschloss Tom zur Polizei zu gehen. Schnell wird jedoch klar, dass Tom kein gewöhnlicher Ermittler ist. Stets verfolgt er das Ziel seine Schwester zu finden. Das legt ihm nicht nur in seiner beruflichen Laufbahn Steine in den Weg, sondern auch sein Privatleben ist davon betroffen. Mir persönlich gefällt die Art von Tom Babylon unglaublich gut. Er ist vielschichtig, manchmal vielleicht etwas unkonventionell und doch immer auf Gerechtigkeit aus. Trotz seiner anfänglichen Probleme mit seiner neuen Partnerin Sita, bin ich der Meinung, dass die Beiden ein prima Team abgeben. Hoffentlich auch in der Zukunft. Beide haben ihre Geheimnisse, ihre Geschichte und Beide scheinen aufgrund dessen einfach gut zusammen zupassen. Zumindest beruflich. Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. Zum einen in 2017 während des aktuell laufenden Falls und den Rückblenden aus dem Jahr 1998. Immer wird der Leser dazu verführt falsche Schlüsse zu ziehen, denn kaum ist man der Meinung eine Meinung zu haben, schafft es Marc Raabe das Blatt einfach zu wenden. Unglaublich interessant fand ich die Verstrickungen zu den Zeiten der ehemaligen DDR sowie den damals erfolgten Machenschaften. Gerne würde ich mehr darüber erzählen, aber warum euch die Freude nehmen?! Wer das Buch in die Hand nimmt, wird es wohl kaum weg legen können bis er durch ist, außer für etwaige Verdauungspausen. Die Dialoge sind einfach authentisch, sodass man oft das Gefühl hat mitten drin statt nur dabei zu sein. Auch ansonsten ist der Stil von Marc Raabe einfach mitreißend. Er schafft es unglaublich oft, dass man als Leser gar nicht mehr sicher ist wer denn nun zu den Guten oder den Bösen gehört. Morten, der eigentliche Leiter der Ermittlungen ist ein etwas suspekter Typ. Die komplette Story durch weiß man nicht was man von ihm halten soll. Doch einen ganz klaren Sympathiepunkt hat er bei mir: Er mag Taschenlampen. Immer öfter fällt mir in Krimis und Thriller auf, dass nur noch das Handylicht benutzt wird. Das fühlt sich jedes Mal so falsch an. Ich hoffe, dass er sich zukünftig wirklich als einer der Guten entpuppt. Fazit: Absolut gelungen. Super durchdacht. Lesenswert! Ich bin schon sehr gespannt wie die Reihe weiter geht.

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