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hapedah

Posted on 31.3.2025

Warmherzige, queere Weihnachtsgeschichte mit liebenswerten Figuren Als Dima mit seiner Mutter ohne lange Vorankündigung in die kleine Stadt Fountainbridge umziehen muss, ist er zunächst einfach nur wütend. Und die kitschige Weihnachtsstimmung, die hier überall vorherrscht, empfindet er als reichlich nervig - bis der Nachbarsjunge Luis anbietet, ihn in die weihnachtlichen Traditionen seines Heimatortes einzuführen. Denn trotz aller Vorbehalte fühlt sich Dima zu Luis hin gezogen, dabei ist er doch gar nicht sicher, was er eigentlich will und erst recht nicht, was andere Leute in ihm sehen sollten. Außerdem gibt es noch genügend Probleme aus der Vergangenheit, die Dimas Unsicherheit zusätzlich verstärken. "Luis & Dima - Forever our beginning" von Kai Spellmeier ist eine nette weihnachtliche Geschichte, die sich auch wunderbar als Adventskalender lesen lässt, denn jedes Kapitel entspricht einem Dezembertag. Die Figuren fand ich liebevoll und warmherzig gezeichnet, sie alle wirkten auf mich authentisch und lebensecht, so dass ich emotional immer an ihrer Seite war. Luis und Dima sind in meinen Augen typische Teenager, die sich wie die meisten Altersgenossen mit vielen Unsicherheiten herum schlagen müssen, besonders bei Dima hatte ich den Eindruck, dass er noch auf dem Weg war, zu sich selbst zu finden. Den Schreibstil fand ich recht eingängig, vielleicht hat es sich zu Beginn ein wenig gezogen, aber bald habe ich mich in dem gemütlichen Örtchen Fountainbridge zuhause gefühlt und die weihnachtliche Atmosphäre genossen. Ein klein wenig drüber fand ich das Wetterphänomen, denn jedes Jahr wird das Städtchen genau am 1. Dezember in eine frische Schneedecke gehüllt und diese magisch anmutende Wintererscheinung bleibt auch ausnahmslos bis nach Weihnachten erhalten. Für meinen Geschmack ist an dieser Stelle das Klischee zu viel des Guten, auch ohne diesen Hauch von Übersinnlichkeit erinnert mich Vieles in der Geschichte an einen der puderzuckrigen Weihnachtsfilme, mit denen uns die Streamingdienste jedes Jahr aufs Neue beglücken. Dennoch kann ich insgesamt von einem angenehmen Leseerlebnis sprechen, das mich gut unterhalten und rundum zufrieden zurück gelassen hat, für diese gemütliche Geschichte spreche ich gern eine Leseempfehlung aus. Fazit: Die warmherzige, queere Weihnachtsgeschichte hat mich nach einigen Kapiteln doch noch in ihren Bann gezogen, obwohl das eine oder andere Klischee enthalten war, hatte ich ein paar gemütliche Lesestunden, so dass ich den Roman gern weiter empfehle.

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