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Worum geht’s? Fee und Aurelian sind seit zwei Jahren Arbeitskollegen in einem Hamburger Luxushotel – und fast genausolang dauert ihre Feindschaft an. Kein Gespräch zwischen ihnen beginnt oder endet ohne Sticheleien. Dass also ausgerechnet Aurelian seine Hilfe anbietet, als Fee für ein versehentlich gebuchtes Paarcoaching einen Fake Partner benötigt, kann nur ein schlechter Scherz sein. Doch Fee würde alles dafür tun, als eigentlicher Single an dem Seminar in Málaga bei ihren großen Idolen teilzunehmen. Schließlich ist sie unermüdlich auf der Suche nach einem Weg, sich besser zu verstehen – und in der Lage zu sein, Nähe und Intimität zulassen und genießen zu können. Aber kann sie es wirklich wagen, sich in dieser Sache auf Aurelian zu verlassen? Wie war mein Leseerlebnis? MIRROR OF MY SOUL war meine allererste Healthy Romance, sowie mein erstes Buch von Johanna Marquardt und ich kann schonmal festhalten, dass beides tolle erste Male für mich waren. Der Einstieg ins Buch fiel mir leicht, weil wir von Kapitel eins an mit Fee mithibbeln, ob und wie sie ihren großen Traum erfüllen und zu dem Coaching nach Málaga reisen kann. Die kurzen Kapitel mit häufigen Perspektivenwechsel zwischen Aurelian und Fee lesen sich zudem kurzweilig und schwungvoll. Die Storyline hat mich immer wieder überrascht, weil sie sich zunächst langsamer entwickelt als erwartet, ohne dabei aber langweilig zu werden. Im weiteren Verlauf wird auf typische Muster meines geliebten Fake-Dating-Tropes verzichtet, was erfrischend anders zu lesen war. Eine Sache, die mich ziemlich zweigespalten zurücklässt, ist der Schreibstil. Er ist eine ganz eigene Mischung zwischen bildhaft-poetischen Beschreibungen und generationstypischem Alltagsslang in den Dialogen. Hierbei muss ich zugeben, dass ich diese Jugendsprache nicht gerne gelesen habe, und immer wieder über die Formulierungen und die Wortwahl gestolpert bin. Die Poesie-Stellen bilden einen krassen Kontrast zu jener Sprache, und hier ist mein Gehirn nicht so schnell hinterhergekommen, sodass ich die malerischen Passagen wieder und wieder lesen musste, bis ich mich wirklich darauf konzentrieren konnte. Dabei liebe ich solch künstlerische Schreibstile wirklich sehr. Aber die Mischung war einfach nicht meins. Thematisch ist der Roman enorm stark aufgestellt. Als Leser:in dürfen wir die Coaching-Sessions in Málaga sozusagen live miterleben und erfahren hierbei wirklich beeindruckende Fakten und Tools der (systemischen) Psychologie. Diese Szenen habe ich geradezu gierig aufgesaugt. Das Familiengeheimnis, welches Fee im Laufe der Geschichte aufdeckt, hat mich beim Lesen ebenso ergriffen und somit hat diese Healthy Romance ihr Hauptziel bei mir erreicht: zu berühren, nachdenklich zu stimmen und im Kopf zu bleiben. Ein weiteres, fast so wichtiges Ziel einer Healthy Romance ist natürlich die knisternde, gefühlvolle Lovestory. Damit hat mich das Buch nicht komplett überzeugen können, was vermutlich mit den Figuren zusammenhängt. Aurelian war für mich eine totale Green Flag, ein herzensguter Traummann. Zu ihm konnte ich schnell eine Verbindung aufbauen und habe ihn verstehen und sein Verhalten nachempfinden können. Aber er blieb mir in manchen Aspekten zu blass. Gerade sein familiärer Hintergrund blieb mir zu undurchsichtig und ich hatte das Gefühl, damit einen wichtigen Teil seines Charakters nicht zu kennen. Fee hingegen steht deutlich im Fokus der Geschichte. Aber obwohl wir so viele Fakten über sie erfahren, bekam ich ihren unsicheren Charakter nicht zu fassen. Einerseits konnte ich ihre Unsicherheiten nachvollziehen, andererseits fiel es mir schwer, diese mit ihrem restlichen Wesenszug zusammenzusetzten, wodurch mich Fee oft überrumpelt und damit verloren hat. Entsprechend hat mich auch die Lovestory manchmal überrascht und fühlte sich holprig an. Welches Fazit ziehe ich? MIRROR OF MY SOUL wird mir für die Healthy-Aspekte, die Thematiken im Kopf bleiben und weiter zu denken geben. Dafür kann ich nur ein großes Lob an die Autorin aussprechen, weil sie die Psychologie derart spannend und flüssig in die Geschichte eingearbeitet hat. Auf der anderen Seite muss ich auf der Romance-Seite ein paar Abstriche machen, weil diese mich weniger catchen konnte. Alles in allem hatte ich beim Lesen aber eine schöne Zeit und kann das Buch an alle, die sich für psychologische Themen und einfach mal eine andere Romance-Art interessieren, weiterempfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Außerdem möchte ich festhalten, dass ich mich riesig auf den zweiten Band von MIRROR OF MY SOUL freue, der im Herbst erscheint und von Aurelians Schwester handeln wird! <3