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kupfisbuecherkiste

Posted on 29.3.2025

Tara wohnt mit ihrem Mann Noah in einem schönen Wohngebiet mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern Spencer und Rosie. Die Nachbarn untereinander kennen sich gut, und sind zum Teil sogar gut befreundet. Doch der Schein trügt. Taras und Noahs Ehe kreiselt, Noah ist selten da. Aufgrund einer SMS von Taras Nachbarin geht Tara zur Nachbarin, trifft dort aber nur deren Mann Lee an. Der lädt Tara auf ein Glas Wein ein, und sie unterhalten sich. Am nächsten Morgen wacht Tara neben Lee auf – im Bett, nackt. Das ist aber nicht der einzige Haken der Sache: Lee ist tot, erstochen mit einem Messer. Tara ist sich keiner Schuld bewusst, kann sich an nichts erinnern und flüchtet aus dem Haus. Die nächsten Wochen werden zum Spießrutenlauf, denn Tara ist sich sicher, dass sie nicht die Täterin ist. Schnell gibt es einige Verdächtige, sogar in der eigenen Familie. Denn ein Zeuge berichtet, er habe Taras Tochter aus dem Nachbarhaus kommen sehen. Nicht nur der Mord scheint die Familie auseinander brechen zu lassen. Taras Schwester muss ihre Wohnung verlassen, da ihr Lebensgefährte Gewalttätig ist. Rosie lügt, verstrickt sich in Widersprüche und gerät damit in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen. Noahs ehemalige Geliebte taucht wieder auf, und Tara selbst hat einen Stalker. Die Grundsituation hat mir erstmal ganz gut gefallen. Es gibt vermutlich genügend Mordfälle, bei denen Täter*innen einen Filmriss hatten. Bei dem Buch „Während du schläfst“ haben mich jedoch einige Dinge bzw. Erzählstränge doch etwas enttäuscht. Jeder Protagonist hat sein Päckchen zu tragen. Noahs und Taras Ehe kriselt, weil Noah eine Geliebte hat, die seine entgültige Absage nicht akzeptieren kann, und noch um ihn kämpft. Soweit so gut, doch möchte sie nun den Mord, der sich rumgesprochen hat, für ihre Zwecke nutzen, um Noah für sich zu gewinnen. Für mich war das aber an mancher Stelle doch etwas „zuviel“. Es hätte mir persönlich gereicht, wenn sie den Mord nicht als Hebel genützt hätte. Taras Kollege entpuppt sich als Stalker, der Tara für sich gewinnen will. Doch auch er ist für mich überzogen skizziert, und geht einem schnell auf den Keks, zumal er mit Fehlinformationen die Mordermittlungen nicht weiterbringt. Der Sohn Spencer wirkt für mich etwas außen vorgelassen, als wüsste die Autorin nicht ganz, was sie mit ihm machen sollte. Spencer wird immer wieder bei Freunden geparkt, um nicht die Handlung zu stören. Halbherzig fragt er zwar, was hier gerade abläuft, kann aber schnelll wieder abgewimmelt werden. Rosie, Taras Tochter, glänzt mit ausreichend Ausreden und Lügen. Ihre Beweggründe, sich in eine Fantasiewelt zu retten, sind nicht ganz ersichtlich, der Leser kann hier nur mutmaßen. Auch der Hauptermittler ist für mich eine reine Farce. Von reiner Ermittlungsarbeit ist hier keine Rede, er ist zwar anwesend, und trifft sich mit Tara, aber eigentlich auch nur, weil er mehr als freundschaftliches Interesse an Tara hat. Die Lösung des Falls gestaltet sich auch etwas umständlich. Die Autorin leitet einen auf verschiedenste Fährten, und man hat einige Tatverdächtige, die eigentlich alle logische Gründe gehabt hätten, Lee abzumurksen. Und dann wird halbherzig jemand die Tat zugeschustert, was für mich einen etwas ratlosen Moment hinterlassen hatte. Mit diesem Buch wird es grundsätzlich erstmal nicht langweilig. Jedoch wirken die Protagonisten mit ihren Geschichten für mich überladen, bieten zu viel Angriffsfläche. Die reine Ermittlungsarbeit, die zur Lösung des Falls beiträgt, verliert während der Geschichte an Bedeutung. Der Ermittler wirkt blass, und ist mit andren geheimnisvollen Dingen beschäftigt. Hier hätte ich mir mehr einen Schwerpunkt darauf gewünscht. Ein kurzer Hinweis: Ich habe das Hörbuch gehört, und muss sagen, dass die Sprecherin einen echt guten Job gemacht hat. Sie hat dafür gesorgt, dass man am Ball blieb und der Geschichte weiter gefolgt ist. Ein Thriller, dessen Potential leider nicht vollständig genutzt wurde. Das Grundsetting stimmt, die überladenen Protagonisten und die fehlende Ermittlungsarbeit schmälert die Gesamtstimmung

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