marieause
Ich habe mich so auf das Buch gefreut. Hier fand ich das Cover schon so ansprechend, der Titel hatte mich dann endgültig. So schön! Auch wenn ich das Buch leider nicht liebe, der Titel hat für mich auf jeden Fall einen Platz auf dem Treppchen für den schönsten Buchtitel 2025 verdient. Jetzt aber genug des Vorgeplänkels. Ich kann mit Lyrik nicht viel anfangen und habe mich deshalb gefreut, hier so einen einfachen und wohldosierten Zugang zu bekommen. Die Kapitel beginnen jeweils mit einem Gedicht und das hat mir gut gefallen. Ansonsten hält die Ich-Erzählerin mit Mascha Kaléko immer wieder Zwiegespräche, einfach so, was ihr in den Sinn kommt, so als ob sie mit einer Freundin spricht. Aber auch nicht losgelöst, sie bezieht sich schon auf die Person Maschka. Gut gemacht. Insgesamt aber habe ich mich schon ein wenig durch das Buch gequält. Obwohl es mit 216 Seiten ein schlankes Buch ist, habe ich gefühlt ewig dafür gebraucht. Es hat mich angestrengt, von den immerwährenden schlimmen Erfahrungen der Ich-Erzählerin zu lesen, davon, wie sie als Kind und junge Heranwachsende leben musste. Die verzweifelte Suche nach Liebe - und meine Wut auf Eltern, Punk-Begegnungen und überhaupt die Männer, die sie getroffen hat. Keine einfache Kost und auch nicht gefällig zu lesen. Ich habe nur Verzweiflung und Brutalität wahrgenommen, die wenigen Momente von Liebe und Zuversicht sind in dem Gesamtkonstrukt bei mir nicht angekommen. Und - ich traue es mich fast nicht zu schreiben - ich habe mich beim Lesen leider gelangweilt, weil mich das Buch so gar nicht erreicht hat.