
sophiesyndrom
Hafsah Faizals Geschichten standen schon länger auf meiner überfüllten Leseliste. Immer wieder sind mir die Cover der "Sands of Arawiya"-Reihe begegnet und haben von Neuem mein Interesse entfacht. Jetzt habe ich den ersten Teil gelesen und es war Liebe – aber erst auf den letzten Seiten. Davor konnte mich das Abenteuer rund um Zafira, Nasir und ihren Gefährten nicht ganz packen. Große Vorfreude besteht dennoch für den zweiten und letzten Band, da hier besonders das Spannungsgefüge eine andere Gestalt annehmen könnte. Anfangs hatte ich vor allem Probleme, einen Zugang zur Handlung zu finden. Auch wenn die Autorin sich Zeit nahm, die Welt und ihre Gegebenheiten – somit Zafiras und Nasirs Lebenswelten – zu beschreiben, fehlte es mir dennoch an etwas, um in die Welt eintauchen zu können. Eventuell waren es Zusammenhänge, die mir fehlten und die vielleicht früher hätten Einzug finden können. Auch vermisste ich zwischenzeitlich etwas das Tempo in der Geschichte. Bis die Handlung packende Geschwindigkeit erreichte, schritt sie nur sehr gemächlich voran. Dieses gemäßigte Tempo begünstigt vielleicht, sich mehr mit den Figuren auseinanderzusetzen. Leider wirkten die beiden ProtagonistInnen zunächst recht eindimensional auf mich. Vor allem Zafira als Jägerin hätte ich gerne mehr in dieser Rolle erlebt. Vertiefende Handlungsmomente im Arz, die ihre Bedeutung für ihr Dorf und ihre eigene Bindung zum Arz, als sonderbarer und gefährlicher Ort, hätten deutlich machen können, gab es so gut wie keine. Längere Zeit fehlten mir die tieferführenden Einblicke in Zafiras Gefühls- und Gedankenzustände - so auch bei Nasir. Das änderte sich mit dem Ankommen auf der Insel, ab dem Zeitpunkt, wo auch die Handlung selbst an Fahrt aufnahm. Ab da war nicht nur die Handlung von spannenden Momenten geprägt, sondern auch die Figurenkonstellation formierte sich neu und ließ so mehr Tiefgang zu. Dabei kamen die Figuren, ihre Einstellungen und Beweggründe mehr zur Deutung. Zuletzt würde ich noch ein paar Worte zur Beziehung zwischen Zafira und Nasir verlieren. Grundsätzlich mochte ich sehr das Grundgerüst davon – das anfängliche Misstrauen, die Abweisung, die sich langsam zu etwas anderem wandelt, sobald sich die beiden näher kennenlernen. Dieser Wandel passierte für mich allerdings etwas zu plötzlich. Die Zeit, die sich zu Buchbeginn dafür genommen wurde, um die Welt zu beschreiben und um in die Geschichte einzuführen, hätte auch hier genutzt werden können, um die wachsenden Gefühle stärker hervorzubringen. Trotz den Kritikpunkten, die ich habe, habe ich die Geschichte rundum sehr gemocht. Auch hielt das Ende für mich einige Überraschungen bereit. Mich begeisterte, welche Verstrickungen auf Figurenebene dargelegt wurden. Die Komplexität, die dort hineingeflossen ist, zeichnete sich auch in der restlichen Handlung ab. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich das im abschließenden Teil weiterentwickelt.