
annamagareta
Tiefgründig & wunderschön zu lesen „Die Bibliothek der geborgten Herzen“ ist ein zauberhafter Roman der in Washington lebenden amerikanischen Autorin Lucy Gilmore. Chloe ist gerade einmal Mitte 20 als sie die Verantwortung für ihre drei Geschwister übernehmen muss, nachdem ihre Mutter sie allein gelassen hat. Statt ihres Studiums arbeitet sie nun in der Colville Public Library als „Mädchen für alles“. Beim Aufräumen des vollkommen überfüllten Kellers entdeckt sie ein altes, wertvolles Buch und nimmt es an sich. Bei genauerer Betrachtung sieht sie, dass es in diesem handschriftliche Notizen gibt und stellt fest, dass sich zwei Liebende über das Buch ausgetauscht haben. Als ihr grummeliger Nachbarn Jaspar sie mit dem Buch sieht, will er es ihr abkaufen. Damit ist Chloes Neugierde geweckt. Was steckt hinter den Notizen und was hat ihr Nachbar damit zu tun? Die Handlung beginnt zunächst in der Gegenwart und geht dann, in einem zweiten Handlungsstrang zurück in das Jahr 1960, in dem der Austausch der handschriftlichen Notizen stattfand. Der Schreibstil von Lucy Gilmore ist sehr lebendig und liest sich leicht und angenehm. Durch den Wechsel der Zeiten bleibt es durchgehend interessant und spannend. Zudem wechseln auch die Perspektiven, den Größtenteil erfahren wir allerdings aus Chloes Sicht. Chloe ist eine sehr sympathische Protagonistin, die sich liebevoll für ihre Geschwister einsetzt und versucht ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Neben ihr gibt es weitere gut gezeichnete Charaktere wie ihren grummeligen Nachbarn Jasper, der im Verlauf der Handlung eine tolle Entwicklung durchmacht. Zudem spielen natürlich auch Bücher immer wieder eine große Rolle und das sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit und geben einen interessanten Einblick in die Welt der Literatur. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, da es insgesamt ein schöner, humorvoller Roman mit sympathischen Charakteren und ein wenig Tiefgang ist, der einen guten Blick auf das Leben und die Liebe gibt.