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easymarkt3

Posted on 26.3.2025

Der Schreibstil um pure Tierliebe berührt. Die Szenerie spielt um 1934 zunächst in der kanadischen Wildnis um Greenlaw Mountain im Holzfällercamp 33. Die fiktive Geschichte um die neugeborene Tochter Pearly Everlasting Hazen und den noch blinden Schwarzbärenjungen Bruno, deren gemeinsamem, beschütztem Aufwachsen im Wald ist faszinierend im Detail erfasst mit dem Vater als Koch im Camp und der Mutter als Heilerin für Verletzungen der sie umgebenden Menschen und Tiere. Die Härte beim Holzfällen unter bitteren Wetterverhältnissen, aber auch die Kameradschaft oder der Aberglaube innerhalb der Männertruppe schwingt atmosphärisch mit beim Lesen. Die Figuren der Liederfängerin, eine Art Musikethnologin, und ihre Freundin Ebony bringen in ihrer Einzigartigkeit die wahre Seele des Waldes zum Schwingen mit ihren Vorträgen über Bruno rund um Smoke River. Auf der zweiten Erzählebene geht es um den Hilfskoch Ansell, der sich schließlich auf die Suche nach der 17-jährigen Pearly macht und in abwechselnden Kapiteln mit Pearlys Abenteuern konkurriert. Mit der bedrohlichen Figur von Swickers als Campboss und seinem heimlichen, illegalen Verkauf von Bruno breitet sich in dieser doch heilen, vertrauten Welt ein spannendes Unheil auf mit dramatischen Erfahrungen für Pearly, Ansell und Bruno. Im Bemühen um Brunos Rettung treten weitere gut gezeichnete Figuren auf, zeitgemäß beschrieben, umgeben von modernen Errungenschaften wie z.B. elektrischem Licht und Automobilen. Historischen Momenten wie der Weltwirtschaftskrise und dem Aufkommen von Gewerkschaften wird ebenso Raum eingeräumt. Die ursprüngliche Inspiration zu dieser Geschichte geht wohl auf die tatsächliche Begegnung des Naturfotografen William Lyman Underwood mit dem Bären Bruno zurück, der jedoch im Alter von zwei Jahren für den Rest seines Lebens in ein Tierasyl gebracht wurde. Insgesamt berührt diese fiktive Geschichte, die in unserer heutigen Realität so nicht vertretbar wäre.

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