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Mal eine ganz andere Geschichte, die sich um Freundschaft dreht. Warum anders? fragt man sich vielleicht, denn gereimte Tiergeschichten für ab 3jährige gibt es ja wie Sand am Meer. Hier ist die Herangehensweise aber mal komplett anders und genau das finde ich super. Ich möchte, ganz unkonventionell, zuerst einmal die Illustrationen ansprechen. Wie man bereits beim Cover sehr schnell bemerkt, sind die Farben nämlich komplett auf die drei Primärfarben reduziert - Gelb, Blau und Rot. Man findet keine anderen Farben im Buch, außer vielleicht kleinere Schattierungen, aber das wars dann auch schon. Dementsprechend ist man als Beobachter ganz anders gefordert und muss sich auch im Bild anders zurechtfinden, als wenn man eine natürliche Farbgebung gewählt hätte. Zudem sind die Tiere sehr comichaft gezeichnet und sowohl Mimik als auch Gestik sehr übertrieben. Das legt den Fokus dementsprechend schon sehr auf das Geschehen und die damit verbundenen Emotionen.Klar, der Einsatz der Farbe und die reduzierte Illustrationsart mag nicht jedem gefallen, ich finde die Anregung für unsere Kids aber unheimlich toll und mal ganz was anderes! Für mich gibt es dafür beide Daumen hoch! In einer Freundschaft läuft nicht immer alles rund. Hier wird zwar im Kreis gelaufen, aber es läuft nicht alles glatt, da sich Hund und Hase ganz schön streitlustig um den Baum jagen. Witzigerweise wird die Versöhnung von außen her initiiert, nämlich vom Baum. Wie? das müsst ihr selbst lesen. Der Stopp hat aber definitiv einiges bewirkt und das Duo kann den ungewöhnlichen Vorfall auch noch in etwas Positives umlenken. Verärgert sein, das passiert auch schon unseren Kleinsten und sie wissen nicht immer, wie sie sich aus der Emotionsspirale herauswinden sollen. Dementsprechend fand ich die Situation eigentlich ganz passend für das vorgeschlagene Alter. Emotionen müssen durchlebt werden und schlechte Stimmung wird auch nicht für immer so bleiben. Reimgeschichten sind schön anzuhören, aber nicht immer für die Kleinen so gut verständlich. So ging es mir auch hier, jedoch sehe ich trotzdem den Lerneffekt durch angewandte Sprache. Ich wusste nicht ganz, was ich zu erwarten hatte, wurde aber positiv überrascht. Man muss offen an die Geschichte herangehen und kann dadurch sein Kind mal ganz anders fördern.