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herbstrose

Posted on 16.3.2025

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Völlig abgehetzt und gestresst von ihrem Beruf steht die in London lebende Historikerin Eliza kurz vor einem Zusammenbruch. Deshalb zögert sie auch nicht lange, als ihre Großtante Mildred sie bittet für einige Zeit in ihre Heimat Appleton Valley in Virginia zurück zu kommen, um das Leben ihrer Urgroßmutter Josephine zu rekonstruieren. Keine leichte Aufgabe, denn sie soll alle verloren gegangenen Anhänger ihres Bettelarmbandes wieder auffinden. Unerwartete Hilfe bekommt sie dabei von Harrold, ihrem Jugendfreund, der auf Bitten seiner Großmutter Agatha ebenfalls in die Heimat zurück gekommen ist. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen, das ihre beiden Familien miteinander verbindet … Livia Rose ist das Pseudonym eines Autorenduos. Die beiden ‚schreibverrückten‘ Damen wohnen mit ihren Familien in Wien/Österreich und sind seit etwa zwanzig Jahren eng befreundet. Sie arbeiten gemeinsam an ihren Geschichten, um diese in Buchform zu bringen. Aufgrund der Buchbeschreibung erwartete ich eine abenteuerliche Geschichte um ein altes Familiengeheimnis. Leider war das nicht der Fall, sondern es erwarteten mich zwei mehr oder weniger banale Liebesgeschichten, die zudem noch sehr klischeebehaftet waren. Das Geschehen spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, Josephine und Nathaniel leben in den 1920er Jahren, Eliza und Harrold in der Gegenwart. Die Protagonisten kommen kapitelweise zu Wort, wobei der Name der handelnden Person jeweils in der Überschrift zu finden ist. Da sich beide Geschichten sehr ähneln ist der Strang in der Vergangenheit noch zusätzlich mit der Jahreszahl überschrieben. So weit so gut! Doch leider sind die Figuren ziemlich blass mit wenig Ausstrahlung und ihre Handlungsweise mutet manchmal sehr seltsam an. Besonders enttäuschend war für mich der doch teilweise sehr schwülstige Schreibstil, der mich stark an die Groschenromane erinnerte, die ich als Teenager massenhaft verschlungen hatte. Einige Beispiele: Nathaniels wilder Blick bohrte sich in ihren Geist … / Die Reste von Blau, Rosa und Orange verzierten das Firmament, als hätte jemand einen Pinsel eingetaucht und sanfte Wellen darüber gemalt / Ein Lächeln zupfte an seinen Lippen … / Ihr langer Zopf baumelte wie ein goldenes Seil über ihrem Hintern … / Der Drang, in ihre goldenen Locken zu fassen und sie auf seinen Schoß zu ziehen, ließ sich nur mit größtem Kraftaufwand unterdrücken … / Agathas übertriebenes Wimperngeklimper jagte ihm einen Schauer über den Rücken, obwohl er es nicht einmal sah. Er verdrehte die Augen … / usw. usw. Fazit: Manche mögen sicherlich diese Art von Lektüre, mein Geschmack war es leider nicht.

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