
nefina
Warum sollte man ein Buch lesen, wenn man von Anfang an weiß, dass zwei Menschen sterben? Ganz einfach: Weil es trotzdem (oder gerade deshalb) unglaublich spannend ist! Autor Benjamin Stevenson verrät uns direkt zu Beginn diesen "Spoiler" – und trotzdem (oder gerade deshalb) fiebert man bis zur letzten Seite mit. Das war mein erster richtiger Krimi, und was soll ich sagen? Ich fand ihn wirklich gut! Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Ernest erzählt wird – in der Vergangenheit, mit sarkastischen Einwürfen und selbstironischen "Spoilern" von ihm selbst. Aber sobald man sich darauf eingelassen hat, passt es einfach perfekt. Ich bin zwar nicht durch die Seiten geflogen, aber das Lesen war angenehm – und vor allem witzig! Mehr als einmal musste ich schmunzeln. Bis zum ersten Mord dauert es ein wenig, da zunächst alle Charaktere vorgestellt werden. Aber genau das fand ich großartig, denn so hatte ich ein klares Bild davon, wer alles im Zug mitfährt. Und ab dem ersten Mord? Da wurde es richtig spannend – ich habe mitgerätselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ernest als Protagonist ist erfrischend anders. Kein klassischer Held, sondern ein mäßig erfolgreicher Autor mit Schreibblockade und einem semi-guten Liebesleben. Aber genau das macht ihn sympathisch! Seine Unsicherheiten, ob er überhaupt in die Welt der erfolgreicheren Autoren passt, wirken authentisch und verleihen ihm Tiefe. Und sein Humor? Unbezahlbar! Es gab einige Plot-Twists, die mich eiskalt erwischt haben. Immer, wenn ich dachte, ich wüsste, was los ist – BÄM, eine neue Wendung! Am Ende war ich völlig perplex, wie alles aufgelöst wurde. Fazit Eine leichte, witzige Lektüre für zwischendurch mit einer guten Portion Spannung und einem sympathischen Protagonisten. Perfekt für alle, die gerne miträtseln und humorvolle Krimis lieben!