
herbstrose
Geschichten von Lebenden und Toten Allgemein wird er nur ‚das Feld‘ genannt, der älteste Teil des Paulstädter Friedhofs. Die Grabsteine liegen zerstreut inmitten einer Wiese, auf der schon lange keine Beerdigung mehr stattfand. Beinahe täglich kommt ein alter Mann und setzt sich dort auf die Bank unter der Birke, um der Verstorbenen zu gedenken. Er kannte sie beinahe alle. Nun lässt er sich von ihnen erzählen, über ihr Leben, ihre Krankheiten, ihr Sterben … Robert Seethaler, geb. 1966 in Wien, ist ein österreichisch-deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Schauspieler. Für seine Romane erhielt er eine Reihe von Preisen und Stipendien. Seethaler, der an einem angeborenen Augenfehler leidet (minus 17 Dioptrien), ist Vater eines 2009 geborenen Sohnes und lebt in Berlin und Wien. „Das Feld“ (2018), erschienen bei Hanser Berlin/München, ist der sechste Roman des Autors. Ein großes, bewegendes Thema, das der Autor hier aufgegriffen hat. Wie in allen seinen Romanen ist auch hier Seethalers Schreibstil sehr flüssig und lebendig und vermittelt einen tiefen Einblick in das Seelenleben und Schicksal der Verstorbenen zu ihren Lebzeiten. Es geht um Leben, Altwerden und in Würde zu Sterben. Sie kannten sich beinahe alle, standen teils in Beziehung zueinander und ihre Schicksale kreuzten sich sogar manchmal. Die Stärke dieses Buches liegt zweifellos in der Fähigkeit des Autors, seine philosophischen Gedanken mit seiner sprachlichen Ausdrucksweise bestens zu vereinen. Fazit: Ein ruhiger, beschaulicher Roman, einfach und unsentimental, den ich gerne gelesen habe und wärmstens weiter empfehle!