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gletscherwoelfchen

Posted on 9.3.2025

Eigentlich läuft Sheas Leben nahezu perfekt: Sie hat einen tollen Job, eine Schwester, die sie bei allem unterstützt und einen Freund, der sie bedingungslos liebt. Nahezu, denn als ihr Freund John der jungen Frau einen Hochzeitsantrag macht, sucht er ihr ausgerechnet einen Vintage-Verlobungsring aus. Und das, obwohl Shea seit ihrem ersten gemeinsamen Date betont, dass einer ihrer absoluten Lebensgrundsätze besagt, niemals einen gebrauchten Verlobungsring zu tragen. Ihre Nonna hat sie von klein auf gelehrt, dass dies ihre Ehe mit schlechtem Karma beflecken würde - und das möchte Shea auf keinen Fall. Aber warum kann sie einfach nicht aufhören, an diesem Aberglauben festzuhalten? Ist ihr der Aberglaube letztendlich wichtiger als ihre Liebe zu John? Und wer hat den edlen Ring vor Shea besessen? "Something Old, Someone New" ist eines der wenigen Bücher, welches mich durch das Cover potenziell eher abgeschreckt haben und was ich so in der Buchhandlung vermutlich eher nicht mitgenommen hätte. Dafür ist es mir zu bunt und wild, es wirkt einfach nicht gänzlich stimmig und mehr wie ein Jugenbuch, als ein Frauenroman auf mich. Nichtsdestotrotz wollte ich einen Blick auf den Klappentext werfen, welcher mich letztendlich durchaus positiv stimmen konnte und Lust auf eine cozy Wohlfühlgeschichte gemacht hat. Diese habe ich hier letztendlich auch im Verlauf der Lektüre wiedergefunden. Der Roman ist unterteilt in recht kurze, kompakte Kapitel, was zu einem guten Lesefluss beigetragen hat. Immer wieder konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, weil ich noch ein knappes Kapitel mehr lesen wollte. Und auch der Schreibstil der Autorin hat dazu beigetragen. Jessie Rosen schreibt locker-luftig, sehr greifbar und durchaus flüssig. Den Wohlfühlfaktor gesteigert hat zudem das Setting - oder die Settings - des Buches. Die Geschichte um Shea und ihren Ring spielt unter anderem in Amerika (Los Angeles und New York) sowie im sonnigen Italien. Dies finde ich einen Roman dieser Art hervorragend gewählt. Ich mochte die Ortswechsel sehr und habe mich liebend gerne kurzzeitig in einen kurzen Urlaub entführen lassen. Meiner Meinung nach hätte dieser Punkt sogar noch ein wenig stärker ausgebaut und mehr Fokus auf das Einfangen des Flairs des jeweiligen Ortes gelegt werden. Denn so standen primär Shea und ihr Aberglaube im Rampenlicht der Geschichte, was per se zwar durchaus Sinn macht. Immerhin ist sie schließlich die Protagonistin hier. Und obgleich ich das Thema "Aberglaube" als sehr interessant für eine gute Lektüre empfinde, wurde Sheas Aberglauben meines Erachtens nach hier jedoch ein wenig zu viel Raum gegeben. Zwar wurden die Hintergründe dafür verständlich und gut aufgearbeitet dargelegt, gerade zu Beginn empfand ich das Ganze aber als einen kleinen Hauch zu schrullig und drüber. Alles in einem empfehle ich das Buch jedem weiter, der Lust auf ein Paar lockere, entspannte Lesestunden hat sowie gerne eine Liebesgeschichte lesen möchte, die letztendlich gar nicht typisch romantisch ist und eher in Richtung Selbstfindungsreise geht. Ich mochte "Something Old, Someone New" wirklich gerne! 4,5/5 Sterne

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