
Harakiri
Was hat Jan Riechter mit dem Mord an seiner ehemaligen Kollegin zu tun? Nichts, wenn es nach seiner Aussage und dem Glauben seiner Frau Romy Beccare gibt. Alles, wenn man den auftauchenden Beweisen glaubt. Doch wer hat einen Grund, Jan einen Mord unterschieben zu wollen? Ein sehr turbulentes Buch. Denn eine Tat entpuppt sich als vielschichtige Handlung. Normalerweise führen in einem Krimi alle Fäden zusammen – bei Peters neuestem Werk ist das eher umgekehrt: ein Mord fächert sich auf in mehrere Stränge. Die Spannung wird durch die geschickt eingeführten Enthüllungen von Verdächtigen immer weiter aufgebaut. Die Ermittlung ist dabei nie einfach und geradlinig, was die Geschichte umso packender macht. Peters' Stil ist angenehm und flüssig zu lesen, mit einem guten Gleichgewicht zwischen Dialogen und beschreibenden Passagen. Die Ermittlungen sind gut abgestimmt und interessant zu lesen. Unterschiedliche Ermittlungsansätze, ein aktuelles Thema und viele Charaktere halten die Spannung zusätzlich hoch. Besonders schön fand ich Romys Umgang mit dem neuen Kollegen. Aus anfänglichem Hass entwickelt sich gegenseitiger Respekt. Und was der Kollege durchgemacht hat, erfahren wir hoffentlich im nächsten Band. Fazit: zwar eher ein ruhiger Krimi, der es aber in sich hat.