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judithswoerteraufpapier

Posted on 7.3.2025

Viel Potential, wenig Tiefgang - eine eher enttäuschende Reise durch die Zeit Kurzmeinung: Tolle Idee, aber schwache Umsetzung: blasse Charaktere, wenig Emotionen, enttäuschendes Ende. Leider keine Leseempfehlung. Als ich den Klappentext des in sich abgeschlossenen Einzelbands Our Infinite Fates aus der Feder von Laura Steven gelesen habe, war ich sofort fasziniert. Die Grundidee der Geschichte – zwei Seelen, Arden und Evelyn, die sich über ein Jahrtausend hinweg immer wieder begegnen, sich ineinander verlieben und jedes Mal aufs Neue ein tragisches Ende finden – klang nach einer emotional tiefgehenden, packenden Geschichte. Leider konnte mich die Umsetzung nicht annähernd so begeistern, und ich bleibe nach der Lektüre eher ernüchtert zurück. Die größte Schwäche des Buches liegt für mich persönlich in der fehlenden emotionalen Verbindung zu den Charakteren. Obwohl ich die Grundprämisse spannend fand, konnte ich keine echte Nähe zu Arden und Evelyn aufbauen. Ihre Gefühle wirkten auf mich distanziert, und gerade die romantischen Aspekte der Geschichte konnte ich in keiner der verschiedenen Zeitebenen wirklich nachvollziehen. Die Liebe zwischen den beiden soll über Jahrhunderte hinweg bestehen, doch für mich fehlte es an greifbaren, tiefgehenden Momenten, die diese besondere Verbindung glaubhaft gemacht hätten. Die Zeitsprünge in der erzählten Geschichte haben zwar für Abwechslung und Kurzweiligkeit gesorgt, allerdings waren sie gleichzeitig ein Problem. Sie verhinderten, dass ich mich jemals wirklich in eine bestimmte Zeit oder ein bestimmtes Setting hineinfühlen konnte. Dadurch wirkten die Charaktere auf mich eher flach und wenig authentisch. Ihre Entwicklung blieb oberflächlich, und ich hatte nicht das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Hinzu kommt, dass trotz der nicht geringen Seitenzahl letztlich nur wenig passiert. Vieles fühlte sich an wie ein sich wiederholender Kreislauf, ohne dass es wirklich voranging, wodurch für mich keine echte Spannung aufkam. Lediglich der Anfang, der in der heutigen Zeit spielt, konnte mein Interesse wecken, doch auch hier zog sich die Geschichte schnell in die Länge. Ein weiterer Punkt, der mich enttäuscht hat, war das Ende. Nach so vielen Wiedergeburten und gescheiterten Liebesgeschichten hätte ich mir eine wirklich ergreifende Auflösung gewünscht – stattdessen fühlte sich das Finale unbefriedigend und unvollständig an. Ich hatte das Gefühl, dass viel mehr Potential in der Geschichte steckt, das nicht ausgeschöpft wurde. Auch mit dem Schreibstil von Laura Steven bin ich bis zum Schluss nicht ganz warm geworden. Zwar gelingt es ihr, eine düstere, magische und herzzerreißende Atmosphäre zu erschaffen, doch das Lesen fühlte sich für mich nicht flüssig an. Manche Passagen wirkten fast schon bemüht, was meinen Lesefluss immer wieder störte. Was ich jedoch unbedingt positiv hervorheben möchte, ist das Cover von Our Infinite Fates. Es ist ein absoluter Blickfang und fängt die Essenz der Geschichte perfekt ein. Die tiefen Farben, das verspielte Design mit Sternen und Lichtakzenten erzeugen eine mystische Atmosphäre, die genau die richtige Einstimmung für diesen Romantic-Fantasy-Roman liefert. abschließendes Fazit: Our Infinite Fates überzeugt mit einer vielversprechenden Grundidee, kann diese aber leider nicht vollends umsetzen. Die Charaktere bleiben blass, die Liebesgeschichte wirkt wenig greifbar, und die vielen Zeitsprünge verhindern eine tiefere Verbindung zur Handlung. Hinzu kommt ein enttäuschendes Ende, das das Leseerlebnis zusätzlich schmälert. Wer sich von der Prämisse angesprochen fühlt, könnte dem Buch eine Chance geben, doch ich selbst kann leider keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

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