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sophiesyndrom

Posted on 7.4.2024

Bei „Not my Problem“ hat mich schlicht der Klappentext neugierig gemacht. Aideen stößt ihre Mitschülerin Meabh die Treppe runter und löst damit ihre Probleme – wie kommt solch eine Situation überhaupt zustande? Tatsächlich hätte ich nicht gedacht, dass mir das Buch letztendlich so verdammt gut gefällt, wie sich jetzt am Ende rausgestellt hat. Diese Geschichte thematisiert schwierige Familienverhältnisse, Wertschätzung der eigenen Person, Freundschaft und eine feine Liebesgeschichte. Die Autorin schafft es dabei alles in einem schönen Gleichgewicht zu halten und die Handlungspunkte griffen alle sehr gut ineinander, was mit einer der Gründe war, warum mich das Buch so begeistern konnte. Aideen als Protagonistin ist von großen Unsicherheiten eingenommen, obwohl sie nach außen hin nicht so wirkt und das mit ihrer witzigen Ader überspielt. Sie versucht, es allen recht zu machen und vernachlässigt dabei ihre eigenen Bedürfnisse. Ihre Mutter missbraucht wiederholt ihr Vertrauen und ihre einzige und beste Freundin Holly gibt ihr oft das Gefühl, weniger wert zu sein. Doch sie sagt dazu nichts, schluckt es runter, da sie die Personen, die ihr wichtig sind, nicht verärgern oder gar verlieren möchte. Und dann startet ihre ungewöhnliche Karriere als Problemlöserin der Schule und wieder konzentriert sie sich auf die Probleme anderer, die sie zumindest lösen kann, anstatt ihr eigenes Leben zu ordnen. Die Charakterentwicklung von Aideen habe ich als sehr gelungen empfunden. Sie findet neue Freundschaften, die ihr eine Stütze sind, und merkt mit der Zeit, dass auch sie selbst Hilfe in Anspruch nehmen muss. Die Figuren waren eh eine sehr große Stärke dieser Geschichte. Aideen war natürlich als Protagonistin am besten zu greifen und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt, da ihr Zwiespalt so präsent und nachvollziehbar geschildert wurde. Meabh mochte ich sehr, da ihr Charakter, der von anderen als nervig empfunden wurde, so schön ins positive umgewandelt wurde. Sie hat Feuer und schreckt nicht davor zurück, es auch einzusetzen. Und Kavi, der einfach nie seine Klappe halten kann, war einfach nur ein Goldstück. Bei ihm hat man von Anfang an gemerkt, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Smyth konnte mich somit durch Handlung, Figuren und Schreibstil vollends begeistern. Letzterer war auch sehr humoristisch ausgelegt – Aideens schlechte Witze waren einfach der Brüller – wobei die Grundtöne jeder Szene immer sehr gut getroffen wurden. Smyth hat es hier sehr gut geschafft, Aideens Charakter auf den Seiten auszulegen und neben den kecken Sprüchen auch den Ernst mancher Handlungspunkte zu vermitteln. Für mich war das ein rundum fantastisches Jugendbuch.

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