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pflanzentexterin

Posted on 20.12.2023

Warnung: Wenn du dieses Buch zu lesen anfängst, kannst du es so schnell nicht mehr weglegen. Vorausgesetzt, du magst den derben, teils subtilen, oft genug auf den ersten Blick plump anmutenden und doch so tiefsinnigen Humor des norddeutschen Schriftstellers Heinz Strunk. Dann wirst du Tränen lachen, mitfühlen, mitleiden und immer wieder denken: Nein, nein, nein, das sagt/tut/denkt er jetzt nicht wirklich. Er, das ist in diesem Fall Georg Roth, Jurist und hoffentlich bald Schriftsteller, der sich für drei Monate im Sommer in das beschauliche Ostseebad Niendorf zurückzieht. Sein Ziel: Die eigene Familiengeschichte zu Papier bringen und mit ebendieser abzurechnen. Doch jemand kommt ihm in die Quere: Markus Breda, der schwer übergewichtige Vermieter seines Apartments. Der führt nebenbei auch den örtlichen Spirituosenladen und verführt Roth bald dazu, mehr ins Glas zu schauen als aufs Papier. Der Roman spielt verpackt in eine leicht zu lesende, mit Ausnahme einzelner Ausschweifungen lebensnahen Geschichte mit einem großen Thema, dass uns alle irgendwann betrifft und bewegt: Dem Älterwerden und der Frage danach, was uns im Leben wirklich glücklich macht. Kaum einer schafft es meiner Meinung nach so gut wie Heinz Strunk, in wenigen Sätze eine derartige Fülle unterschiedlichster Emotionen unterzubringen. Wenn ich gleichzeitig lachen, weinen, schreien, mich freuen und mich ekeln möchte, dann macht genau das einen guten Heinz Strunk-Roman aus. Dieses Buch war verdient für den deutschen Buchpreis nominiert und bekommt von mir ebenfalls sechs von sechs Sternen und eine absolute Leseempfehlung.

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