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nicole_leseeule_36

Posted on 7.11.2023

„Erinnerungen an Blackfield Hall“ ist die geheimnisvolle Geschichte einer englischen Familie und mein inzwischen 4 Leseabenteuer der Autorin Sandra Binder. Wie man bereits aus dem Klappentext ersehen kann, geht es im Roman um zwei Zeitepochen, die auch im stetigen Wechsel behandelt werden. Es beginnt aber 2018 bei der jungen Lilly, die in den USA, in Nashville eine kleine Bar betreibt. Ihr steht das Wasser quasi bis zum Hals und ein mysteriöser und vielleicht erlösender Anruf könnte sie auch der ganzen Schuldenmisere herausholen, doch dafür muss sie nach England reisen. Im Gegenzug geht es zurück ins Jahr 1921 nach England, Rothwell, zur jungen Amelia, einer der Töchter des hiesigen Earls. Lilly und Amelia verbindet eine lange Familiengeschichte und was den beiden Frauen widerfahren ist, vielmehr, was die junge Lady Amelia alles erlebt hat erzählt dieser gefühlvolle Roman zwischen den Zeiten. Lilly Marshalls weiß gar nicht soviel von ihren Vorfahren, insbesondere von ihrer Urgroßmutter und begibt sich somit auf einen Fad der Erinnerung. Eines haben sie aber gemeinsam, das ist das Aussehen und die Entschlossenheit, die eigene Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und auf niemanden angewiesen zu sein. Ansonsten ist ihr niemand mehr aus der Familie geblieben. Sie widmet sich alleinig ihrer Vince´s Good Time Bar, zu ehren ihres Vaters. Die Reise nach England belibt nicht ohne Folgen, sie ist abgebrannt, weiß nicht wie sie zurückkommen soll und trifft auf den Erbenermittler Collin Williams. Lady Amelia Beatrice Montgomery ist in einer wohlhabenden englischen Familie aufgewachsen auf dem Anwesen Blackfield Hall. Ihr Antlitz ist wunderschön, die Männer buhlen wahrlich um sie und ihr Vater möchte sie nur zur gerne als gute Partie anbieten. Doch Amelia ist sehr wählerisch, sucht insgeheim doch nach Liebe und weiß sich mit Worten zu Wehr zu setzen. Doch ihre Rebellion kann nicht mehr lange gut gehen. Auf dem örtlichen Markt stösst ihre feine Arroganz auf Gegenwehr mit Anthony Mason einem Marktanbieter. Durch einen Unfall verliert Amelia ihr Gedächtnis und ausgerechnet Anthony findet sie am Randes eines Weges. Natürlich hilft er ihr, aber was soll er mit der jungen Frau ohne Erinnerung nur anstellen? Für Amelia bleibt es eine ereignisreiche Erfahrung. Beide Frauen bestechen durch ihre starke Charakteristik, ihrer Eigenpräsenz und sind geprägte, aber selbstbewusste und gefühlvolle Frauen. Sie lassen sich nicht an der Nase herumführen, stehen für Gerechtigkeit ein und wissen was gut für ihre Zukunft ist. Beide sind leidenschaftliche und auch emotional und schrecken vor kein Abenteuer oder neuen Herausforderungen zurück. Die Liebe begleitet beide Frauen, nur auf unterschiedlichen Wegen und der Zeit entsprechend. Doch ob es auch ihr wahres Glück werden wird, bleibt selbst herauszufinden. Der Schreibstil war wunderbar angenehm, sehr stilsicher locker zu lesen. Man muss sich nur auf die jeweilige Perspektive einstellen. Daneben gibt es sehr schöne bildliche und humorvolle Szenen und auch Momente der Sehnsucht sowie der schonungslosen Wahrheiten. Die einzelnen Kapitel haben eine ungefähre gleichbleibende Leselänge und tragen kleine zusätzliche Überschriften. Das Buchcover ist einfach wunderschön im englischen Stil gehalten und kann zu beiden Zeiten im Roman so passiert sein, einfach zeitlos schön. Ein altes Anwesen, ein junge Frau und ein gewisses Sehnsuchtsgefühl. Mein Fazit: Zwei Frauen auf ihrem persönlichen Weg zum Glück zu ganz verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Hürden. Eine Geschichte über Vorurteile, Mut und der Weg zur wahren Liebe. Eine wirklich schöne Familiengeschichte mit romantischen Ausflügen und ganz viel Zeit über sich selbst hinauszuwachsen.

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