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Rebecca

Posted on 2.7.2023

Rezension: „Love unscripted“ von Kylie Scott Das Cover war eindeutig Liebe auf den ersten Blick – ein absolut wahrgewordener Traum! ♥ Die Mischung aus lila-, rosa- und orangefarbenen Tönen und verschiedenen Blumenelementen war einfach perfekt. Die Coverfront ist in zwei Hälften geteilt. Im oberen Bereich kann man etwas heller eine Stadtsilhouette erkennen, während im unteren Teil links- und rechtsseitig Blumen an den Rändern nach oben ragen. Der Titel selbst ist mittig in zwei Zeilen platziert worden und trennt das obere vom unteren Coverbild. Der Titel bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie „Liebe ohne Skript“ – echt und unverfälscht, ohne Vorlage, kein (schau)spiele-r-n. „Love unscripted“ versprach mir eine große und überaus intensive Lovestory im Filmbusiness und ich war schon ziemlich auf die Umsetzung gespannt, denn das „Fake-Dating“-Trope ist eins meiner liebsten. Charaktere Norah Peers arbeitet als Kellnerin und kümmert sich immer zuerst um ihre Großmutter – und erst danach um sich selbst. Sie ist stark, unabhängig, bodenständig und absolut nicht auf den Mund gefallen. Sie geht mit einer angemessenen Portion Stolz und Selbstbewusstsein durchs Leben und ist durchaus in der Lage ihre Meinung zu vertreten. Ihre Ehrlichkeit ist absolut erfrischend und trägt zu ihren positiven Vibes bei. Norah war für mich eine authentische Persönlichkeit, deren Gedankengänge und Handlungen ich stets nachvollziehen konnte. Patrick Walsh hingegen war, als männlicher Protagonist der Geschichte, mir stattdessen ein wahres Rätsel. Er ist ein bekannter Schauspieler und wirkt die meiste Zeit kühl und unnahbar. Zur Zeit ist er damit beschäftigt, seinen guten Ruf wiederherzustellen – mit etwas unkonventionellen Methoden. Sein trockener Humor hat seine Persönlichkeit um einiges aufgelockert, doch leider ist er aufgrund seiner extremen Verschlossenheit für mich sehr farblos geblieben. Insgesamt war es äußerst schwierig, hinter seine grummelige Fassade zu schauen. Schreibstil und Handlung „Love unscripted“ war für mich nicht das erste Buch aus der Feder von Autorin Kylie Scott. Durch den locker leichten, angenehm flüssigen Schreibstil bin ich gut in den einzelnen Kapiteln und der gesamten Geschichte vorangekommen. Die Handlung ist durchgehend aus der Sicht von Protagonistin Norah, aus der Perspektive eines allwissenden Erzählers, geschrieben. An dieser Stelle muss ich direkt sagen, dass eine zweite männliche Perspektive nicht verkehrt gewesen wäre, um Protagonist Patrick Walsh näher kennenlernen zu können – vielleicht hätte er dann etwas Farbe gewonnen. Während mich Norah durchaus von sich überzeugen konnte, auch wenn es durch die dritte Person etwas schwierig gewesen ist, war dies bei Patrick leider nicht der Fall. Auch die Nebencharaktere Mei, Angie und Co. sind eher durchsichtiger Natur gewesen und nur schwer im Kopf geblieben. Sehr schade! Inhaltlich habe ich mich leider auch etwas schwer getan. Die einzelnen Szenen waren allesamt ‚Schlüsselszenen‘ und wirkten auf mich wahllos aneinandergereiht. Es gab kaum Entwicklungsphasen für bestimmte Situationen – nein, es war immer direkt der Knaller. Entspannte oder Spannung aufbauende Übergänge waren nahezu nicht vorhanden. Stellenweise habe ich mich dadurch absolut überrumpelt gefühlt. Auch wenn die Beziehungsentwicklung zwischen Norah und Patrick durchaus realistisch dargestellt worden ist, blieben leider die damit verbunden Gefühle und Emotionen durch zuvor genannte Aspekte leider auf der Strecke. Auch die Szenen das Filmbusiness betreffend, wie z. Bsp. das TV-Interview oder der Auftritt auf dem roten Teppich, waren für meine Begriffe recht realitätsnah dargestellt. Hinzu kamen allerdings auch einige Szenen, wie z. Bsp. das überstürzte Kennenlernen von Patricks Eltern, die diese Authentizität weder zunichte gemacht haben und insgesamt einfach nur übertrieben gewirkt haben. Ab etwa der Hälfte der Geschichte hat sich dann auch noch eine Sexszene an die nächste gereiht und jegliche weitere Handlung ist ebenfalls hinten runtergefallen. Bisher stetig eingestreute humorvolle Momente wurden immer weniger, bis sie schließlich ganz ausblieben. Ich weiß nicht, ich hatte „Sweet little lies“ von Kylie Scott eigentlich gut in Erinnerung, wenn auch etwas sprunghaft in der Handlung, aber „Love unscripted“ im Vergleich hat da nochmal ordentlich eine Schippe draufgelegt. Ich hatte gänzlich etwas anderes erwartet/erhofft, sodass ich am Ende wirklich enttäuscht zurückgeblieben bin. Mir fehlten eine ganze Menge Details. Viele Momente wurden nachträglich nicht abschließend aufgelöst und Emotionen sind aus vielerlei der genannten Gründe überhaupt nicht auf mich übergesprungen. Insgesamt habe ich mich allerdings für eine 3-Sterne-Bewertung entschieden, denn besonders die erste Hälfte der Geschichte war eigentlich sehr schön und entspannt. Teilweise überraschend, humorvoll und mit minimaler Spannung. Hinzu kam zunächst Patricks mysteriöse Art, die mir irgendwann auf die Nerven ging, und Norahs, mich gänzlich überzeugende, Persönlichkeit, die den Einstieg und ersten Verlauf zu etwas Positivem gemacht haben. Fazit Unterhaltsam und ein wenig spannend, doch leider nicht überragend. Meine Hoffnung auf eine romantische und gefühlvolle Lovestory wurde nicht erfüllt. Mein Hauptproblem ist die Unnahbarkeit des männlichen Protagonisten gewesen und die sprunghaften Handlungsszenen. Sehr schade – wird wohl vorerst mein letztes Buch der Autorin gewesen sein. Bewertung: 3  von 5 Sternen

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