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Merle

Posted on 1.6.2023

Danke an NetGalley und den Piper Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig. Ich hab bei Fantasy immer so Phasen, auf was für Wesen ich Lust habe. Und aktuell sind das Hexen. So habe ich mich nach den Hexen in Land of Stories, Throne of Glass und The Ex Hex sehr gefreut, eine queere Hexengeschichte mit einer lesbischen Beziehung zu lesen. Das möchte ich als erstes auch positiv anmerken. Die Repräsentation von Bisexualität ist in diesem Buch der Hammer. Auch die Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen. Es erinnert an The Chilling Adventures of Sabrina oder Halloweentown, gruselig-gemütliche Kleinstadt voller Hexen. Da ist bei mir richtig die Herbststimmung aufgekommen, dabei ist grade Frühling… Die Idee fand ich ganz spannend. Es gibt ein magisches Turnier, an dem die vier Hexenfamilien von Thistle Grove alle 50 Jahre teilnehmen müssen, um eine „Herrscherfamilie“ zu bestimmen. Antreten müssen immer die rechtmäßigen Erben (also die Erstgeborenen Nachfahren der Hauptfamilie, wenn sie mindestens 18 sind), und deshalb muss Emmy als rechtmäßige Erbin nach 9 Jahren zurück nach Thistle Grove. Sie hat damals die Stadt verlassen, weil Gareth, der Erbe der amtierenden Familie, ihr das Herz gebrochen hat. Doch nicht nur sie wurde von Gareth betrogen, auch die Erbinnen der anderen Familien, Linden und Talia, sind Gareths Charm zum Opfer gefallen. Die drei schmieden nun einen Plan, wie sie Gareth bei dem Turnier eins auswischen können und seinen Sieg verhindern können. Und ganz nebenbei kommen Emmy und Talia sich immer näher… Ansonsten fand ich das Buch leider eher so mittelmäßig. Es ist ein (New) Adult Buch, aber liest sich sehr Jugendbuch-mäßig. Die Protagonistinnen Emmy und Talia sind Ende 20, aber es wirkt doch sehr jung. Ich fand das Buch echt cheesy/kitschig, und ein eindeutiger Fall von Insta-Love, wie man es sonst nur aus jungem YA kennt, wo die beiden Protagonist*innen direkt unsterblich ineinander verliebt sind und die Beziehung nicht vernünftig aufgebaut wird. Auch dieser Fokus darauf, es Gareth unbedingt heimzahlen zu wollen, ist eher kindisches Verhalten als das, was man von erwachsenen Frauen erwarten würde. Vieles aus der Vergangenheit (also was damals mit Gareth passiert ist) oder Hintergrundinfos zu dem Turnier kommen für mich zu kurz und bleiben unklar. Das Buch ist kurz und es geht vieles so schnell, und andererseits gibt es sehr viele fluffige Szenen, die nichts zum Plot beitragen. Die Balance hat für mich nicht gestimmt. Schade fand ich auch, wie „einfach“ das Turnier war. Es war irgendwie lahm und ungefährlich, vielleicht so wie ein freundschaftliches Sportturnier, und nicht als würden davon die nächsten 50 Jahre abhängen. Insgesamt bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen. Es punktet definitiv durch die Atmosphäre und ist eine queere witchy Rom-Com, die man schnell durchlesen kann, aber eher ein oberflächliches Jugendbuch, als vielschichtig und erwachsen.

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