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bookeater

Posted on 16.4.2023

Was für ein Buch. Es ist dazu eigentlich auch schon alles gesagt. Ein Klassiker eben, der in jedes Bücherregal gehört. Entstanden im Jahr 1948, die Handlung spielt im Jahr 1984. Der Protagonist Winston lebt in einem totalen Überwachungsstaat. Das Leben und die Gedanken werden kontrolliert vom „Großen Bruder“. Die Vergangenheit wird systematisch ausradiert. Es gibt eine Gedankenpolizei, Kundschafter, die täglichen zwei Minuten Hass, Manipulation und Gehirnwäsche. Die menschliche Identität wird gewaltsam gebrochen. Geschildert wird eine düstere, freudlose Welt, aus der es kein Entrinnen gibt. Gewaltvolle Szenen von Folter und Hinrichtung werden nüchtern geschildert und verstören den Lesenden. Das Buch forderte mir so Einiges ab: Faszination, Entsetzen, Unwohlsein, Ohnmacht, Wut, Hoffnungslosigkeit. Und ständig fragt man sich, welchen Bezug hat der Roman jetzt eigentlich zur Realität? Verschwörungstheoretiker tun sich vermutlich weniger schwer!!! Unweigerlich stellt man jedoch Parallelen zum realexistierenden Sozialismus her, denkt reflexartig an das heutige Russland oder die Datenmonopolisten der Tech-Industrie. Ein schwerverdauliches Leseerlebnis aber große Weltliteratur.

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