Profilbild von Dreamworx

Dreamworx

Posted on 26.5.2022

Stell dir deine Seele als einen Baum vor, der von der Liebe erschaffen ist und deshalb einzig von der Liebe zu leben vermag. (Katharina von Siena) Seit jeher treffen sich verliebte Paare an der alten Eiche im texanischen Oak Springs und hinterlassen auf der Rinde des Baumes kleine Erinnerungen, die auch nach Jahrzehnten noch für alle sichtbar sind. Regina Jennings Geschichte erzählt von Bella, die 1868 die Eiche auserwählt hat, um dort an ihrem 18. Geburtstag ihren ersten Kuss zu bekommen. Doch dann entwickeln sich die Dinge ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat… 1891 hat sich Karen Witemeyers Protagonistin Phoebe in den Kopf gesetzt, neben der alten Eiche ein Romantikhotel zu eröffnen. Unterstützen soll sie dabei Barnabas, der allerdings völlig andere Vorstellungen von der Ausführung hat als Phoebe… Amanda Dykes lässt 1945 Luke aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehren und nach Hannah, der Schwester eines verstorbenen Kameraden suchen, mit der er seit einiger Zeit per Brief verkehrt. Und während sie gemeinsam ein Projekt in Angriff nehmen, trifft die Liebe sie mit Amors Pfeil… Nicole Deeses Protagonistin Abby kämpft in der Gegenwart darum, dass die alte Eiche nicht der Säge zum Opfer fällt, die für die Erweiterung eines Hotels weichen soll. Ob es Abby gelingt, das Wahrzeichen von Oak Springs noch zu retten? „Der Baum der Liebenden“ ist eine Sammlung von vier locker aufeinander aufbauenden Liebesgeschichten unterschiedlicher Autorinnen rund um eine alte Eiche als Wahrzeichen für Verliebte durch die Jahrhunderte. Den flüssigen, bildhaften und gefühlvollen Erzählstil haben alle Autorinnen zu eigen und nehmen den Leser sofort in die Handlung ihrer jeweiligen Geschichte mit hinein, wo er unterschiedlichste Protagonistenpaare kennenlernt, in deren Leben die Liebeseiche eine große Rolle spielen wird. Der Handlungsbogen spannt sich von der ersten Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart und lässt die Eiche dauerhaft zur Hauptrolle werden, unter deren Laubkleid sich so allerlei Liebende finden, wenn auch nicht auf den ersten Blick. Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass sich einige Protagonisten Jahre später nochmals in der Geschichte einer anderen Autorin wiederfinden, so dass sich das Gesamtbild abrundet und die Verbindung immer wieder klar erkennbar ist. Sowohl Humor als auch Romantik findet sich vor allem in den ersten beiden Kurzgeschichten wieder, während die 3. und 3. Geschichte mehr von Tiefgründigkeit geprägt sind. Der christliche Aspekt war in keiner der Handlungen ausgeprägt. Die Charaktere sind durchweg liebevoll in Szene gesetzt und lassen den Leser nahe an sich heran, der mit ihnen fühlt, bangt, hofft und fiebert. Meist sind die Hauptprotagonisten wie Feuer und Wasser, was zusätzlichen Pep in die Geschichte bringt. Allesamt sind sympathisch, liebenswert und authentisch. Mit „Der Baum der Liebenden“ wird dem Leser von vier Autorinnen ein kurzweiliges harmonisches Lesevergnügen zuteil sowie die Huldigung an eine alte Eiche, die in ihren Lebensjahren viel gesehen und viel gehütet hat. Verdiente Leseempfehlung für alle Romantikerinnen!

zurück nach oben