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feliz

Posted on 21.4.2022

Das Cover des Buches ist wirklich schön und zeigt mir persönlich, dass es viel zu wenig PoC auf Covern zu finden sind, weil mir vor allem das besonders auffällt. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Personen auf Covern, weil es einem oft sehr plakativ vorschreibt, wie die Protagonisten auszusehen haben, hier finde ich es aber doch recht passend und stimmt recht gut mit meiner Vorstellung von Karina überein. Die Geschichte klang ziemlich spannend: Alle zehn Jahre findet in der riesigen Hauptstadt des Königreiches Sonande das Solstasia-Turnier statt und für Prinzessin Karina ist es in diesem Jahr von besonderer Bedeutung, denn um ihre ermordete Mutter wiederbeleben zu können, benötigt sie das Herz eines Königs uns somit verspricht sie, dem Sieger des Turniers ihre Hand. Einer der Champions ist Malik, der vor dem Krieg in seiner Heimat geflohen ist und nun in der Hauptstadt versucht, neuanzufangen. Doch dann entführt ein Geist seine kleine Schwester Nadia und um sie zurückzubekommen, muss er Karina töten, ob er will oder nicht. Doch das gestaltet sich schwerer als gedacht und beide müssen entscheiden, was ihnen wirklich wichtig ist. Der Schreibstil ist schon sehr anders uns für mich zumindest zu Beginn recht ungewohnt, fast schon sperrig an manchen Stellen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich ihn schlecht finde, sondern ich mag die manchmal fast schon leise Poetik der Geschichte, die dafür sorgt, dass das Buch nicht einfach nur irgendeine Geschichte ist. Dennoch hat sie mich vielleicht auch deswegen erst zum Schluss so richtig gepackt und gefesselt. Die Charaktere haben es mir ebenfalls ein wenig schwer gemacht, weil sie eben auch nicht die typischen Helden einer Fantasy-Reihe sind. Karina ist stur, hält sich nie an Vorgaben und ist manchmal fast schon absichtlich kalt und verletzend, während Malik schüchtern, ängstlich und eher verträumt ist. Bei Malik hatte ich damit wenig Probleme, weil er einfach ein guter Kerl ist, der immer versucht, das Richtige zu tun, sich dabei aber oft selbst im Weg steht oder durch Pech in Situationen gerät, der nicht händeln kann. Karina hingegen war etwas komplexer zu durchschauen, nicht weil ich nicht wusste, warum sie das tut, sondern eher, weil ich oft das Gefühl hatte, nie alle von ihr zu sehen zu bekommen. Sie ist nie so ganz sie selbst, obwohl sie denkt, dass sie sich an nichts hält und sich für niemanden interessiert, stimmt das nicht und sie hält immer einen teil von sich versteckt. Das wird zum Schluss glaubhaft und nachvollziehbar erklärt, aber dennoch fand ich die Abschnitte aus ihrer Sicht manchmal recht anstrengend und habe mich vor allem zu Beginn immer auf die Abschnitte aus Maliks Sicht gefreut. Das wurde allerdings etwa nach einem Drittel des Buches besser und ich habe Karina ebenso ins Herz geschlossen wie ihn. Die Welt fand ich spannend und anders gestaltet, obwohl ich auch hier gebraucht habe, bis ich ihre Regeln halbwegs durchschauen konnte und hatte selbst zum Ende dieses Buch nicht unbedingt das Gefühl, sie so ganz durchschaut zu haben. Das hat es mir ebenfalls ein wenig schwer gemacht, nicht weil ich sie nicht super interessant gefunden hätte, aber vor allem der Umgang mit Magie war für mich lange etwas undurchsichtig, was aber durchaus zentral für die Handlung ist. Mein größter Kritikpunkt ist aber die an manchen Stellen fehlende Emotionalität. Das ist mir vor allem im Nachhinein aufgefallen und weniger direkt während des Lesens, sorgte aber dafür, dass ich währenddessen immer etwas vermisst habe. Mein Problem ist dabei vor allem, dass ich sowohl den Konflikt von Karina als auch den Malik gut nachvollziehen konnte, aber ich habe nicht so richtig mitgelitten oder war in einem Zwiespalt. Das ist etwas schade, weil es bei so vielen Gelegenheiten richtig emotional hätte werden können, ich aber nicht so richtig abgeholt wurde. Alles in allem mochte ich das Buch wirklich gerne, vor allem weil die Welt sehr anders und einzigartig gestaltet wurde. Obwohl ich mich anfangs ein wenig Schwierigkeiten mit den Protagonisten hatte, wurde ich doch in die Geschichte gezogen und sie hat mich bis zum Ende gefesselt, sodass ich, obwohl mir an manchen Stellen ein wenig die Emotionen fehlten, vermutlich auch den zweiten Teil lesen will, schon alleine, um zu wissen, wie es jetzt ausgeht.

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