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Rebecca

Posted on 26.11.2021

Rezension: „Wie man einen Lord gewinnt“ von Martha Waters Bereits das Cover stimmt den Leser darauf ein, dass es sich beim Inhalt des Buches nicht um eine Geschichte in der heutigen Zeit handelt. Abgebildet sind ein Mann und eine Frau in historisch angehauchten Kleidern, farblich in weiß und braun gehalten, die sich gegenseitig auf einer grünen Wiese stehend an den Händen halten. Man kann schräg auf sie herabsehen und dabei beobachten, wie sie sich gegenseitig tief in die Augen blicken. Der Titel des Buches sowie weitere Angaben sind in goldener Schrift rings herum verteilt, während von den Rändern des Covers gezeichnete Blumen in die Mitte hineinragen. Der Titel „Wie man einen Lord gewinnt“ weist ebenfalls auf die Epoche der Handlung und das Genre selbst hin. In Kombination mit dem Klappentext konnte man sich auf eine hitzige Liebesgeschichte gefasst machen und so freut ich mich aufs loslesen. Charaktere Violet Grey ist beim Kennenlernen ihres zukünftigen Ehemanns gerade einmal 18 Jahre alt, doch es war Liebe auf den ersten Blick. Sie ist Einzelkind und wurde von ihrer Mutter immer zurechtgewiesen und vor dem sprichwörtlichen Ruin gewarnt, wenn man sie je in einer kompromittierenden Situation mit einem Mann vorfinden würde, denn Violet ist so gar nicht das, was sich ihre Mutter wünschen würde. Sie ist vorlaut und direkt, für die damalige Zeit sehr auffällig. Doch zum Glück hat sie ihre besten Freundinnen Diana und Emily, die immer für sie da sind. Abgesehen mal davon hat sie viele Interessen kreativer und wissenschaftlicher Natur, die nicht jeder so ganz nachvollziehen kann und sie diesen deshalb meist heimlich nachgehen muss. Lord James Audley war 23 Jahre alt als er Violet kennenlernte und sie direkt vom Fleck weg heiraten musste. In seiner Familie stand er immer an zweiter Stelle hinter seinem Bruder West und wurde kaum beachtet oder gar gefördert. Darunter hat sein Selbstbewusstsein stark gelitten, denn er hat sich für andere nie gut genug gefühlt. Schon sein ganzes Leben lang ist er am Kämpfen, um seinem Vater zu beweisen, dass er etwas wert ist. Zu anderen Menschen Vertrauen zu fassen fällt ihm dementsprechend relativ schwer, mal abgesehen von seinem besten Freund Penvale. Schreibstil und Handlung Martha Waters hat „Wie man einen Lord gewinnt“ aus der allwissenden Erzählperspektive geschrieben und doch werden die Gefühle von Violet und James sehr gut dargestellt, denn das Prickeln zwischen den beiden ist deutlich zu spüren. Die einzelnen Sätze sind leicht verständlich ausformuliert. Locker, leicht und überaus flüssig bin ich durch die einzelnen Seiten und Kapitel geflogen, denn ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Viele Szenen sind unglaublich unterhaltsam und humorvoll geschrieben, sodass ich des Öfteren zum Lachen gebracht worden bin. Inhaltlich möchte ich zunächst das Setting hervorheben, denn dieses hat mir ausgesprochen gut gefallen – kleinere Städte und Dörfer mit den Landsitzen der reichen und schönen Gesellschaft, Kutschen, verschiedene Dienerschaften, etc. Alles war äußerst malerisch beschrieben, sodass ich mit viele dieser Szenen sehr gut vor meinem inneren Auge ausmalen konnte. Ebenfalls wirklich gut gefallen haben mit die verschiedenen Einblicke in die zeitlichen Gegebenheiten samt den Sitten und Bräuchen der zeitlichen Epoche. Neben sympathischen Charakteren, die sehr individuell gezeichnet waren, bot die Geschichte eine bunte Mischung aus Peinlichkeiten, Liebe, Erotik und einer angemessenen Prise Ernsthaftigkeit. Insgesamt war das einzige Manko an dieser Geschichte für mich, dass man zu Beginn sehr lange Zeit im Dunkeln gehalten worden ist, was denn das eigentliche Problem zwischen Violet und James ist, weshalb sie sich zerstritten haben. Bei ihrer strikten Weigerung darüber zu sprechen hatte ich ehrlich gesagt einen etwas spektakuläreren Grund erwartet als den der es letztendlich gewesen. Ebenfalls war das ständige Hin und Her zwischen den Protagonisten etwas zu viel für mich, genauso wie ihre teilweise übertrieben albernen und kindischen Reaktionen aufeinander, die der Aufklärung definitiv nicht dienlich gewesen sind. An dieser Stelle könnte aber auch ihr noch sehr junges Alter ein Grund für diese Gegebenheiten gewesen sein, was dahingehend wieder authentisch gewesen wäre. Insgesamt auf jeden Fall eine schöne und interessante Regency Romance bei der ich bald auf weiteren Bände der Autorin hoffe. Fazit Großartiger Reihenauftakt, dessen Charaktere zwar oftmals etwas kindisch waren, mich aber trotzdem gut mitreißen konnten! Ich bin sehr gespannt auf weitere Teile der Reihe und ein Wiedersehen mit den bereits bekannten Charakteren. Bewertung: 4  von 5 Sternen

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