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Caro

Posted on 1.5.2021

Die Geschichte: Beim Ritual der Reinheit werden alle jungen Frauen in die Gesellschaft eingeführt. Wenn ihr Blut rot ist, sind sie rein und dürfen heiraten. Wenn nicht, wartet auf sie der Tod oder Schlimmeres. Dekas Ritual steht kurz bevor und da sie schon immer die Außenseiterin in ihrem Dorf ist, hofft und betet sie einfach nur, dass ihr Blut rot ist. Doch nein, in ihren Adern fließt goldenes Blut und ihr wird klar, dass sie nie dazugehören wird. Sie ist eine Alaki, ein Dämon und damit unsterblich. Allerdings kann sie Schmerz empfinden und gequält werden, wie sie schnell feststellen muss. Aber dann kommt eine Abgesandte des Kaisers und macht ihr ein Angebot: Wenn sie der Armee des Kaisers beitritt, wird sie frei sein und kann nach ihrem Dienst wieder in die Gesellschaft zurückkehren. Deka lässt sich also zur Kriegerin ausbilden und entdeckt dabei, dass sie als Frau viel mehr Macht hat als ihr ihr Leben lang vorgespielt wurde. Meine Meinung: Auf dieses Buch war ich vor allem wegen des Covers neugierig. Es hat mich direkt an „Children of Blood and Bone“ erinnert und ich würde sagen, dass die beiden Bücher durchaus miteinander zu vergleichen sind. In beiden geht es um rassistische Diskriminierungen einzelner Gruppen, die in einer fantastischen Welt leben. Ich finde es wichtig, sich mit Rassismus und auch den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen und ein Fantasyroman ist dafür wirklich super geeignet. Denn man lernt etwas dazu und hat gleichzeitig Spaß an der Geschichte. Deswegen finde ich solche Themen auch in Jugendbüchern super wichtig! In „Die Göttinnen von Otera“ werden neben Rassismus auch andere wichtige Themen angesprochen. Deka muss sich mit allem auseinandersetzen, macht dabei eine große Entwicklung durch und ist eine starke Kämpfernatur. Diese Entwicklung hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie wird zu einer starken jungen Frau, die sich so akzeptiert wie sie ist. Trotzdem wurden mir einige der Themen zu holzhammerartig thematisiert. Ja, es gab wichtige Messages, aber vielleicht hätten diese etwas versteckt sein können. So wie es umgesetzt war, kam mir manches zu plakativ vor. Die Handlung an sich ist super spannend und ich konnte das Buch teilweise kaum aus der Hand legen. Es gibt auch eine sehr interessante Entdeckung, die ich so nicht erwartet hätte. Das Ende ist tatsächlich so aufgebaut, dass es gar keinen zweiten und dritten Teil braucht, (die aber angekündigt sind). Ich finde, dass man die Geschichte gut als Einzelband lesen kann. Was ich etwas heftig fand, war die Gewalt, die Teil der Geschichte wird. Einige Dinge werden sehr explizit beschrieben, es wird viel geblutet, gekämpft und gestorben. Wem so etwas also schnell zu viel ist, der sollte hier vielleicht lieber die Finger von lassen. Es gibt eine kleine Liebesgeschichte, die es für meinen Geschmack gar nicht gebraucht hätte. An einigen Stellen wirkt sie sogar eher fehl am Platze. Insgesamt ist die Lovestory aber nicht so präsent in der Handlung, weswegen sie auch nicht groß stört. Was mich leider ein bisschen gestört hat, ist der etwas holprige Schreibstil. Ich weiß nicht, ob es vielleicht an der Übersetzung liegt, jedenfalls bin ich über den ein oder anderen Satzbau gestolpert. Trotzdem lässt sich das Buch schnell und leicht lesen. Insgesamt kann ich „Die Göttinnen von Otera“ durchaus empfehlen. Es handelt sich um einen spannenden Fantasyroman, der vor allem „Children of Blood and Bone“-Leser*innen und denjenigen, die auf viel Blut und Brutalität in Geschichten stehen, gefallen dürfte.

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