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throughsioux_books

Posted on 27.4.2021

Schreibstil: Sarah Sprinz schreibt sehr schön flüssig und so, dass sich die Geschichte leicht lesen lässt. Im ersten Band hätte ich noch bemängelt, dass die Emotionen nicht so ganz rüberkommen. Das ist hier aber anders. Die Emotionen sind spürbarer, besonders zum Ende hin, was mich sehr auf den nächsten Band hoffen lässt. Da hatte ich echt Tränen in den Augen. Ich mochte es einfach sehr, dass hier super viele verschiedene Emotionen beim Leser ausgelöst wurden. Was ich etwas gewöhnungsbedürftig fand, waren die vielen sehr umgangssprachlichen Wörter bzw. Anglizismen. Die Geschichte macht dadurch einen sehr modernen Eindruck, man muss sich jedoch daran gewöhnen. Meine Meinung: Ich muss gestehen, dass mir der Anfang des Buches alles andere als positiv in Erinnerung geblieben ist. Und das nicht, wegen der Handlung, die war gleich interessant und hat Lust auf mehr gemacht, sondern wegen Amber. Ich kannte sie ja schon aus Band eins der Reihe, habe sie aber dort nie SO kennengelernt. Amber ist echt eine harte Nummer. Sie agiert kindisch, ist leicht reizbar, hat definitiv Vorurteile (das dementiert sie gerne) und ist so richtig bereit, sich in ihrem Elend zu suhlen. Was ihre Eltern dann machen, klang zwar zunächst hart, war aber letztlich genau das, was sie gebraucht hat. Aber man kann ja auch nicht jede Protagonistin gleich von Anfang an mögen. Die Abwechslung macht es und die Entwicklung ist in einem Fall wie Ambers natürlich umso schöner. Was Amber jedoch mit Laurie gemein hatte, war, dass beide ihre Energie ein wenig zu sehr in ihre Vergangenheit stecken. Sie lassen sich davon leiten und beeinflussen und lassen ihr Leben dadurch durch einen Schleier negativer Emotionen an sich vorbeiziehen. Das nun gerade eine wie Amber auf Emmett trifft, ergab eine interessante Mischung. Auch Emmett habe ich in Band eins etwas anders kennengelernt. Klar, er war definitiv schon da ein Good-Guy, aber hier ist alles dann doch noch etwas extremer. Emmett ist schon ein ziemlicher Streber, dazu schüchtern, unerfahren und vom Leben gezeichnet. Ich mochte ihn auf Anhieb. Er möchte einfach nichts falsch machen, kämpft für das, was ihm wichtig ist, versteckt sich aber auch ein wenig, obwohl er so eine tolle Person ist. Auch bei ihm gibt es somit viel Potenzial zur Entwicklung. Im Zusammenspiel mit Amber bin ich das ein oder andere Mal zusammengezuckt. Amber macht es ihm echt nicht leicht, dafür wird danach alles umso intensiver. Die beiden ergänzen sich wirklich perfekt. Emmett wird mutiger, steht mehr zu sich selbst, Amber dagegen lernt zu wertschätzen, zu lieben und ihre Stärken zu schätzen. Toll fand ich auf jeden Fall, wie ihr Zusammenfinden mit ihrem Studium zu tun hat. Das war ja auch schon bei Laurie und Sam so, erfährt hier aber nochmal eine ganz neue Ebene. Ihre Projekte können begeistern, man bekommt hautnah mit, wie Amber gut wird, in dem was sie tut. Zudem kommt dadurch eine Dynamik auf, die die Geschichte immer wieder beschleunigt, wenn sie den Anschein macht, sich etwas zu verlieren. Ganz dem Motto nach: schließ sie zusammen in einen Raum ein und dann klären die das schon. Vor allem am Anfang hat das für mich vieles gerettet, weil Amber eben nicht ganz unproblematisch ist, auch nicht in Bezug auf Emmett und es zwischendurch doch klitzekleine Längen gab, weil sie beide nicht so recht den Mund aufmachen konnten. Was ich wirklich an der Geschichte gemocht habe, war, dass alles fein aufgearbeitet wurde. Nichts ging zu schnell, nichts war einfach mal eben so nebenbei abgehakt. Stattdessen blieb alles super nachvollziehbar und authentisch und ich habe es einfach geliebt, Emmett mit Amber zu erleben. Die beiden sind ein mega interessantes Paar und ich hätte nie gedacht, dass Amber soweit runterkommt, dass es klappt. Aber das tut es und das auf vernünftigem Wege. Das Ende war dann wirklich wirklich wirklich emotional. Das hätte ich so gar nicht erwartet. Es kommt alles zusammen, alles wird geklärt und die beiden sind endlich vollkommen ehrlich zueinander. Es hatte definitiv was für sich, dass das in einer solchen Szene mündete, denn dadurch wurde der übliche Aufbau solcher Romanzen zumindest ein klein wenig aufgebrochen:) Fazit: Mir hat dieser Band im Vergleich zu Band 1 besser gefallen. Die Figuren waren besser fassbar, vielleicht weil sie sich in ihren Extremen so gegenüber standen. Dazu kamen die Emotionen besser rüber. Zwischendurch gab es vielleicht kleinere Längen, aber ansonsten konnte mich die Geschichte komplett in ihren Bann ziehen. Emmett ist definitiv einer meiner liebsten Good-Guys und auch, wenn ich es am Anfang nicht so gedacht hätte, geben er und Amber ein traumhaftes Paar ab, das sich sehr authentisch präsentiert. 4 von 5 Sterne von mir.

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