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Yvonne Franke

Posted on 12.4.2021

“Eurotrash” beginnt mit einer Häutung. Der in “Faserland” noch Barbour-bejackte junge Ich-Erzähler, der den Namen des Autors trägt, entdeckt an einem Zürcher Marktstand einen naturfarbenen grob gestrickten Pullover. Und direkt dort, im Freien, streift er ihn sich über wie ein neues Bewusstsein. Vielleicht wappnet er sich auch für die nun folgende Begegnung mit der, der Realität entrückenden Mutter. Für die Auseinandersetzung mit Erbschuld und sich über die Generationen wiederholenden Traumata. Kracht erzählt einen sanften und reflektierten Kracht, der dann plötzlich doch sehenden Auges in die eigene Wut hineinrennt. Einen, der schon einige Antworten gefunden hat und trotzdem unendlich viele Fragen hat. Und einen der sekundenschnell absurde aber ausgeklügelte Geschichten erfindet. Nur, um eine boshafte alte Dame zu unterhalten, die er mögen könnte, wäre sie nicht seine Mutter. Gemeinsam durchreisen sie die Schweiz in einem Taxi, hinein in Erlebnisse, die so abwegig sind, dass sie eigentlich wahr sein müssen.

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