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roros_buecherwelt

Posted on 5.4.2021

Worum geht’s? Der gefeierte Rockstar Brad Galloway wird tot aufgefunden. Seine Leiche wird im Gästehaus der Polizei entdeckt. Er ist an das Bett gefesselt worden und ihm fehlt sein bestes Stück. Außerdem gibt den Ermittlern eine Botschaft auf seinem Körper Rätsel auf. „Was zählt das Leben deiner Lieben?“ Gemeinsam mit seiner Kollegin, der Psychologin Sita Johanns, fahndet Tom Babylon nach dem Mörder. Die Spur führt sie über 30 Jahre zurück, in die Zeit der DDR und der Stasi, zu einer heimtückischen Kindesentführung mit dem Decknamen „Hornisse“. Schon bald erkennt Tom, dass da ein abgekartetes Spiel mit ihm und seiner Familie gespielt wird und er immer mehr zu den Hauptverdächtigen gehört. Er taucht unter und versucht dem Täter selbst auf die Schliche zu kommen, bekommt dabei aber Hilfe aus dem nahen Umfeld, womit er nicht gerechnet hat. Schreibstil/Gestaltung: Wenn man sich das Cover und den Titel des Buches anschaut, denkt man sich im ersten Moment: „Was hat denn die Feder mit einer Hornisse zu tun?“ Aber nachdem ich nun das Buch beendet habe, ist der Zusammenhang mehr als klar und das Cover, wie ich finde, ist sehr gut gelungen. Das Buch ist aus der Sicht des personalen Erzählers geschrieben. Dem Leser gibt das sehr viel Einblick in die verschiedenen Charaktere, denn die Geschichte wird für den Moment nur aus der Sicht einer einzelnen Person erzählt. Man nimmt das Geschehen aus deren Sicht wahr, genauso wie die Gedanken dem Leser offengelegt werden. Auch die bildliche Gestaltung lässt keine Wünsche offen. Sie ist detailliert beschrieben und ich konnte mir zu jeder Zeit die Szene vorstellen. Einfach gelungen, top. Meine Meinung: „Die Hornisse“ ist der 3. Teil der Tom Babylon-Reihe. Die Teile sind ineinander abgeschlossene Thriller, jedoch tauchen die Personen aus den vorherigen Bänden in diesem Teil wieder auf. Für mich war dies das erste Buch des Autors, dennoch konnte mich super zurechtfinden. Schlüssel 17 und Zimmer 19 liegen aber schon bereit. Tom Babylon ist ein sympathischer Ermittler, der seiner Arbeit beim LKA gewissenhaft nachgeht und für den die Familie an erster Stelle steht. Nachdem der Mord an Brad Galloway weite Kreise zieht und seine Familie mit hineingezogen wird, gibt er alles, um die Wahrheit aufzudecken. So manches Mal übertritt er auch die Grenze zur Illegalität, aber mal ganz ehrlich? Wer würde das für seine Familie nicht tun? Auch seine engere Freundin, die Psychologin Sita Johanns, ist mir sehr sympathisch gewesen. Sie hat eine ruhige und bedachte Art an sich, die Dinge erstmal auf sich wirken zu lassen, ohne voreilige Schlüsse zu ziehen. Außerdem ist sie sehr loyal Tom gegenüber, auch wenn er so manches Mal dachte, dass sie vielleicht etwas ausgeplaudert haben könnte. Aktuell bin ich nicht so der Thriller-Leser, weswegen ich mich am Anfang doch schwergetan habe. Aber das legte sich nach den ersten Seiten ganz schnell. Die Geschichte ist zu keiner Zeit langweilig und lädt zum intensiven Miträtseln ein. Wenn man dachte, „ja, so kann es sein, der müsste es sein“, tat sich was Neues auf. Absolut unvorhersehbare Story. Sehr interessant fand, dass das Buch in zwei Zeitschienen geschrieben ist. Immer wieder kamen Rückblicke in Toms Vergangenheit. In die Zeit der DDR. Man hat so in die Kindheit von Tom eintauchen dürfen, aber auch das Leben der Eltern wurde dem Leser nähergebracht. Ich selbst bin 91er Jahrgang und habe die DRR nur in der Schule kennen gelernt. Da dies schon einige Jahre zurück liegt, bin ich umso erschrockener gewesen, wie sich das Leben damals im Osten abgespielt haben muss. Dass man praktisch niemanden trauen konnte, denn dein vermeintlicher Freund konnte im nächsten Augenblick zu deinem Feind werden. Telefone wurden abgehört, versteckte Botschaften wurden gesendet, Menschen verwanden plötzlich. Das ist für mich so unwirklich. Mein Fazit: Ein absolut spannender Thriller, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Inklusive einem kleinen, aber fiesen Cliffhanger. Aber ich freue mich schon jetzt ungemein auf den 4. Teil. 5+/5 Sternen

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