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bookdragoon

Posted on 4.4.2021

Manche Bücher haben dieses gewisse Etwas an sich, das sie zu Geschichten macht, in denen man von der ersten Seite an vollkommen versinkt. Und genau dieses Etwas hat mich von der ersten Zeile an mitgerissen auf eine Reise, die voller Fantasie, voller wärmender Magie und voller Geheimnisse und Rätsel ist, die man lösen will. „Das Sternenlose Meer“ ist mein erstes Buch von Erin Morgenstern gewesen und ich bin mir immer noch unschlüssig, ob ich die richtigen Worte finden kann, um meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Ihr Schreibstil hat mein Herz auf beinahe magische Weise zum Stolpern gebracht. Es sind Sätze, Wörter, ja ganze Abschnitte, die ich immer und immer wieder lesen musste und wollte. Die Art, wie sie mit fast zu simplen Worten ganz bestimmte Gefühle und Gedanken niederschreibt, ist nicht nur beeindruckend – es ist unglaublich. Und es macht mich immer noch sprachlos… Ich würde euch am liebsten den Buchschnitt zeigen, um damit deutlicher zu machen, wie sehr ich mich in ihre Schreibweise verliebt habe. So viele Sätze und Seiten habe ich bisher noch in keinem Buch markiert und in mir ist eine Stimme wachgeworden, die danach schreit, mehr von ihr lesen zu müssen. Die Aufteilung des Romans ist ein Mysterium für sich und es hat mich mit einer Neugier angesteckt, all das Wissen um die erfundene Welt in Erfahrung zu bringen. Das Konstrukt aus mehreren Handlungssträngen und gleichzeitig den Geschichten, die man aus Büchern lesen kann, die der Protagonist selbst liest… Es war ein komisches und zugleich faszinierendes Erlebnis. Und es hat dem ganzen Roman an Leben und Greifbarkeit gegeben. Ich bin sicher, manche empfinden es als verwirrend und undurchschaubar, aber ich kann euch nur sagen: Lasst euch darauf ein und versucht zu genießen, anstatt die ganze Zeit bloß verstehen zu wollen. Gerade manche Aussagen einzelner Zeilen haben mich nachdenken lassen. Damit ging es weit über die Liebe für die alleinstehenden Worte hinaus, denn die Bedeutung der Sätze ist viel schwerer und aufwühlender. Ich liebte es. Die Art und Weise, was der Roman mit mir gemacht hat, was er in mir ausgelöst hat. Nicht viele Autoren und Autorinnen haben eine solche Kraft, die sie in Form von Wörtern ausleben können. Es ist gleichzeitig unfassbar schön zu lesen und andererseits erweckt es in mir den Traum, irgendwann eine ähnliches Gespür für die Silben zu finden, um Leser und Leserinnen mit meinen Geschreibsel nicht nur zu berühren, sondern ihnen mit Worten weit mehr als einen Roman geben zu können. Auch das Motiv der Bücher und des Lesens, wie es aufgegriffen wurde, war für mich als Liebhaber vom geschriebenen Wort eine Idee, die mich vollkommen begeistern und fesseln konnte. Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der mehr will, als bloß einen Schritt aus der Realität hinauszuwagen. Dieser Roman ist einzigartig und für die, die sich in einer Geschichte vollkommen verlieren wollen.

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