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phantastische_fluchten

Posted on 27.3.2021

Die drei Schüler Anaya, Petra und Seth leben in einer kleiner Stadt in der Nähe von Vancouver. Sie haben die gleichen Sorgen wie jeder Heranwachsende in ihrem Alter. Die beiden Mädchen wollen das beliebteste, schönste und klügste Mädchen der Schule sein. Früher beste Freundinnen, sprechen sie heute kaum noch ein Wort miteinander. Seth ist der klassische Außenseiter, durch die vielen Narben auf seinen Armen fühlt er sich gebrandmarkt. Er wandert von Pflegefamilie zu Pflegefamilie und findet keinen Platz in der Welt. Nach einem sehr starken, lang andauerndem Regenfall wächst in der Umgebung plötzlich ein unnatürliches, schwarzes Gras. Anaya, deren Vater Botaniker ist, ist überrascht von dem plötzlichen Auftauchen des Grases und von seiner Widerstandskraft. Seth, der auf der Farm der Familie Antos lebt, muss mit ansehen, wie das Gras die gesamte Ernte vernichtet. Und nicht nur in dieser Stadt, auf der ganzen Welt breitet sich das Gras auf. Und es bleibt nicht bei diesem Gras. Wissenschaftler der ganzen Welt suchen fieberhaft nach einer Lösung, das Militär greift ein und der Notstand wird ausgerufen. Niemand ahnt, dass die Lösung des Problems bei den drei Jugendlichen liegt. Kommentar: Zuerst fand ich die Geschichte nicht wirklich spannend. Das Gezicke zwischen Petra und Anaya hat mich ziemlich genervt. Petra leidet an einer sehr seltenen Wasserallergie. Immer, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt, bekommt sie einen brennenden Ausschlag. Früher war sie eine begeisterte Schwimmerin. Durch auftretende Allergie kann sie ihren Traum, Meeresbiologin zu werden, begraben. Anaya leidet so ziemlich an allen anderen Allergien die es gibt. Sie verträgt keine Milchprodukte, keine Weizenprodukte, sie kann nicht zu lange in die Sonne liegen und vieles mehr. Aber diese alberne Getue, wer die schlimmere Allergie hat, wer bemitleidenswerter ist und wer bei den Mitschülerinnen daher beliebter ist - so blöd kann doch ein Teenager nicht wirklich sein? Seth wirkt in der ersten Hälfte noch blass. Er ist der komische Freak, der immer Kapuzenpullis trägt und still in einer Ecke hockt und zeichnet. Und diese Zeichnungen sind so merkwürdig, dass er sie niemanden zeigt. Umso verblüffter ist er, dass Anaya keinen Anstoß daran nimmt sondern sie interessiert betrachtet. Obwohl Petra und Anaya sich nicht leiden können, fühlen sich beide auf seltsame Weise zu Seth hingezogen. Und auch Seth spürt eine besondere Art der Zuneigung zu ihnen. Und nein, zum Glück artet das nicht in eine Liebesgeschichte aus, in der zwei Zicken sich um einen Mann streiten. Ab der Mitte des Buches wendet sich die Geschichte und wird erstaunlich spannend bis hin zum außergewöhnlichen Ende, das ich natürlich nicht verrate. Das Leben in einer Kleinstadt ist eintönig und vorhersehbar. Anayas Mutter ist Pilotin und transportiert mit einem Wasserflugzeug die Passagiere in die nähere Umgebung oder bis nach Vancouver. Ihr Vater ist Botaniker und Wissenschaftler, ein bisschen schräg aber sehr symphytisch. Petras Mutter ist bei den Mounties und ihr Vater arbeitet als Arzt im hiesigen Krankenhaus. Als das Chaos ausbricht, stehen alle an vorderster Front und versuchen, zu helfen. Alle Hoffnungen liegen bei Dr. Riggs, der eine natürliche Begabung für Pflanzen hat. Und Seth, der sich endlich etwas heimisch fühlt und eine starke Beziehung zu Mr. Santos geknüpft hat, unternimmt alles, um die Farm zu retten. Doch alle Mühe scheint vergebens. Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam nimmt aber dann rasant Fahrt auf und wirkt auch etwas beängstigend, denn einiges erinnert an die momentane Lage. Notstand, Hamsterkäufe, Egoismus, Panik aber auch Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Vertrauen sind die zwei Seiten, die in einer Notsituation ans Tageslicht treten. Sie wecken das Beste und das Schlechteste im Menschen. Vieles hier wirkt aber etwas stereotyp, vor allem das Militär, so dass mich die Geschichte nicht ganz überzeugen konnte. Aber ich bin auch nicht die Zielgruppe, Kenneth Oppel schreibt eher für junge Menschen, die von dieser Geschichte sicher begeistert sein werden. Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, die Sätze jeweils relativ kurz. Für mich kam kein richtiger Sprachfluss auf aber ich bin mit Schachtelsätzen groß geworden. Auch das ist im SMS Zeitalter nicht mehr in. Im Original steht hinter Titel ein Part 1, so dass man davon ausgehen kann, dass die Geschichte dieser drei außergwöhnlichen jungen Menschen weiter geht. Man kan das Buch aber durchaus für sich lesen. Das Cover passt sehr gut zu der Geschichte und gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, was den Leser erwartet. Fazit: Ein langsamer Beginn, die an Tempo gewinnt und zu einem rasanten Abschluss führt. Besser als zu Beginn erwartet aber für mich eher 3,5 Sterne.

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