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dasbuecherhaus

Posted on 7.3.2021

Nach einem Brand im Bairro da Se werden die skelettierten Leichen zweier Frauen gefunden. Inspektor Fonseca und sein Team, zu dem seit kurzem auch Tété gehört, die bisher in Lissabon bei der Abteilung gegen Korruption gearbeitet hat, suchen fieberhaft nach der Identität der Frauen und nach Hinweisen auf ihren Mörder. Ihre Ermittlungen führen sie zur Fundacao Esperanca, der Stiftung Hoffnung, die sich um Drogensüchtige im Viertel kümmert. Dort arbeitet Marcia, deren Mutter vor mehr als 20 Jahren mit der jüngeren Schwester Fernanda Hals über Kopf vor dem gewalttätigen Vater nach Venezuela floh und sich nie wieder bei ihr meldete. Allein gelassen blieb der jungen Frau nur noch ihr Onkel Claudio, der ihr von der Flucht der Mutter erzählte. Das von der Polizei veröffentlichte Bild eines Kettenanhängers wecken Zweifel in Marcia und sie vertraut sich ihrem Kollegen Rico an, der ehemals abhängige Bruder eines Gangsterbosses arbeitet wie sie bei der Stiftung Hoffnung. Währenddessen legt die Staatsanwaltschaft den Fall der zwei Toten Frauen zu den Akten, die Tat ist nach 22 Jahren verjährt, doch ein weiterer Mord verbindet beide Fälle und Fonseca und sein Team hoffen beide Taten aufklären zu können. Ich kenne Fonseca und sein Team seit ihrem ersten Fall "Barco Negro" und seitdem freue ich mich immer wieder darauf nach Portugal zurückkehren zu können. Die Krimis Mario Limas überzeugen mich jedes Mal aufs Neue durch die ruhige Art des Autors zu erzählen, er kann vollständig auf blutige Gewaltszenen verzichten ohne das die Spannung verloren geht. Die Arbeit der Polizei wird meiner Meinung nach sehr realistisch dargestellt, sie besteht Hauptsächlich aus Zeugenbefragungen und dem auswerten der Spuren und Indizien und wird nicht nur durch das Schweigen eventueller Zeugen erschwert sondern in diesem Fall auch dadurch das der Mord an den Frauen verjährt ist, kein Wunder das das Team frustriert ist, besonders Tété die als Kind nach der Nelkenrevolution mit ihrer Familie aus Angola floh und am eigenen Leib erfahren musste wie ein Leben ohne Schutz von der Seite des Staates aussieht ist zutiefst enttäuscht von der Gesetzgebung. Da sie nicht aufgibt für Gerechtigkeit zu sorgen, macht sie um so sympathischer und das sie ein Team gefunden hat, das ihre Werte teilt ist ein Glücksfall. Als Außenstehender sieht man die Mauern von Porto, die pittoresken Fassaden, die verwinkelten Gassen der Stadt, die traumhaften Ausblicke über die Dächer, all dies beschreibt Mario Lima sehr bildhaft. Was man nicht sieht ist das Elend hinter diesen Mauern, den Gewalttaten, der Prostitution, der Korruption und den Drogenhandel und der ewige Kampf der Polizei dagegen, aber auch das führt der Autor seinen Lesern eindringlich vor Augen. Ich vergebe für Die Mauern von Porto eine absolute Leseempfehlung.

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