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vronika22

Posted on 11.2.2021

„Ich. Bin. Griet. Van. Mook. Ich. Werde. Leben.“ Dies ist ein Satz, der einem beim Lesen dieses Buches immer wieder begegnet. Er hat hier einer jungen Frau geholfen, stark zu sein und zum Glückskind zu werden, da sie dadurch den Krieg überlebt hat. Teresa Simon zeigt in diesem Roman das Leben in der Nachkriegszeit in Deutschland auf. Der Plot spielt in München in der Zeit von 1945 bis 1948. Eigentlich sollte man denken, dass mit Kriegsende das Schlimmste überstanden war. Doch die Autorin hat sich wieder ausgiebig mit der Thematik befasst und belehrt uns eines Besseren. Anhand der beiden jungen Frauen Griet und Toni, die recht unterschiedliche Voraussetzungen haben, zeigt sie sehr schön auf, wie schwer man in dieser Zeit immer noch zu kämpfen hatte. Ich kann es fast nicht in Worte fassen, aber Teresa Simon beschreibt alles so gefühlvoll und emotional, dass man regelrecht in diese Nachkriegszeit hineinversetzt wird. Normalerweise bin ich eher der Schnellleser. Aber bei diesem Buch musste ich mir richtig Zeit lassen, um alles zu verarbeiten. Sie schreibt wortgewaltig und zugleich auch sehr bildhaft. Natürlich ist alles wieder absolut toll recherchiert und von daher sehr authentisch. Trotz der ernsten Themen wie Judentum, Kampf ums Überleben, Hungersnot oder Schwarzmarkt liest sich das Buch einfach wieder wunderschön. Die einzelnen Charaktere wurden wunderbar gezeichnet und man findet etliche Protagonisten, die man so richtig ins Herz schließen kann. Dies ist unter anderem mit einer der Gründe, warum es sich hier um kein trauriges Buch handelt. Teresa Simon hat wieder einen wunderbaren Roman geschaffen, der etwas betroffen macht und zum Nachdenken anregt, aber auch die positiven Seiten aufzeigt, indem sie wirklich mutige und ehrliche Charaktere, sowie starke und bewundernswerte Frauen eine Rolle spielen lässt. Teresa Simon lässt hier wieder ein Stück Geschichte lebendig werden. Ein Nachwort mit geschichtlichen Hintergründen und einige Original-Rezepte aus dieser Zeit runden dieses schöne Buch wunderbar ab. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch unbedingt zu lesen und ein wenig in die Nachkriegszeit hinein zu tauchen. Dann wird einem auch bewusst, dass trotz der momentan herrschenden Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen, das Leben trotzdem noch sehr gut und lebenswert ist.

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