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mabuerele

Posted on 28.1.2021

„...Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit...“ Mit diesem Zitat von Aurelius beginnt ein Buch, dass mich in die Tiefen der Verschwörungstheorien führt. Eric Tschirnhaus hatte von einem schnellen Aufstieg im Kanzleramt geträumt. Dann aber war ihm ein eklatanter Fehler unterlaufen, und nun sollte er sich in Abteilung 8 auf dem Schlossplatz 1.1. melden. Schon das finden dieser Adresse war eine Zumutung. Dann wird Eric von seinem Vorgesetzten mit Hakenkreuzfahne und in SA-Uniform empfangen. Eric weiß zwar nicht, was er in der Abteilung soll, aber als Beamter kann ihm nicht viel passieren. „...Volksvertreter kamen und gingen, je nachdem, wie die nächste Wahl ablief...“ Und dann bekommt Eric seinen ersten Auftrag. Er soll schlüssig nachweisen, dass das Dritte Reich nicht mehr existiert. Als studierter Jurist dürfte das für ihn eine der leichteren Übungen sein – glaubt er. Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Auf einer Dienstfahrt ins Erzgebirge wird Eric auch mit der erzgebirgischen Mundart konfrontiert. Die verschiedenen Verschwörungstheorien, die sich Eric vor einer Kneipe am Alex und in tiefster sächsischer Provinz anhören muss, werden interessant dargeboten. Doch insgesamt fehlt mir im Buch die Spannung. Es sind eher sachliche, oder besser gesagt unsachliche Diskussionen, die den Kern der Handlung ausmachen. Gut beschrieben werden die örtlichen Verhältnisse, sei es die Atmosphäre auf den Alex, das Gemisch der Gefühle in Abteilung 8 oder das erzgebirgische Dorfleben. Warum genau Eric in Abteilung 8 versetzt wurde, bleibt bis zum Ende unklar. Das Verhältnis seiner Mitarbeiterin wechselt ziemlich abrupt zwischen Zuneigung und Ablehnung. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen.

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