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Gabriele

Posted on 16.1.2021

Auf der Suche nach Heimat wandern Menschen durch die Welt. Die Donauschwaben zum Beispiel kamen um 1700 ins Banat, um nach Generationen wieder in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren. In sieben Kapiteln, von denen jedes für sich mehr oder weniger allein steht, erzählt die Autorin die Geschichte von vier Generationen, die im Banat leben und befreundet oder verwandt sind miteinander. „Erst das Ende offenbart, ob der Anfang gelungen ist“ (Seite 195). Während die ersten Erzählungen nur bruchstückhafte Ausschnitte aus dem Leben verschiedener Familien behandelten, wurden die Verbindungen zum Ende hin deutlich verknüpft. Das fand ich einen genialen Schachzug der Autorin. Denn zu Beginn konnte ich keine Beziehung zu dem Geschriebenen aufbauen, obwohl mir die verwendete Sprache gefiel. Die einzelnen Episoden ließen mich kalt zurück. Zwar entdeckte ich, dass vor allem Samuel eine verbindende Rolle spielte, aber die Zustandsbeschreibungen stellten für mich noch lange keinen Roman dar. Trotzdem war es interessant, über das Leben im Vielvölkerstaat zu lesen, in dem sich schwäbische, slowakische, ungarische, rumänische, tschechische, jüdische und serbische Nationalitäten aufhielten. „Näherte man sich einander an, nahmen Unsicherheit und Unschärfe zu“ (Seite 188) Dieser Satz stellte für mich die Verbindung zum Titel her. „Jeder Zaubertrick bestand aus drei Akten. Der Magier führte in das Thema ein, zeigte etwas, dann brachte er es zum Verschwinden, aber erst, wenn er die Dinge wieder auftauchen ließ, war der Trick gelungen“ (Seite 195). Hier entpuppte sich für mich die Magie dieses Buches, denn die Autorin hatte sich genau an diese Anweisung gehalten: Erzählt, das Thema gewechselt und schließlich alles zusammengeführt. Trotz einiger Auslassungen ist so ein lesenswertes Buch entstanden, dem ich nach anfänglichen Zweifeln gerne vier Sterne gebe.

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