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ankasgeblubber

Posted on 26.12.2020

Während hier in Deutschland dicke Regentropfen auf meine Dachfenster prasselten, erlebte ich mit Suki und ihrer Familie den wohl turbulentesten, aufregendsten und schönsten Sommerurlaub seit Jahren. "Meloneneis-Sommer" hat mich in Windeseile zurück in meine Teeny-Zeit katapultiert und mir unheimlich erfrischende und unterhaltsame Lesestunden beschert. Sommer, Sonne, Strand und Meer. Auf der italienischen Insel Sardinien verbringt die 14-jährige Suki zusammen mit ihren Eltern, ihrer 2 Jahre älteren Schwester und deren Freundin ihre Sommerferien, doch ein euphorisches Urlaubs-Feeling mag bei ihr nicht so recht aufkommen. Als die Familie in ihrem kleinen Ferienhaus ankommt, will Suki nur noch eines: die erste Postkarte an ihre beste Freundin schreiben und ihr erzählen, wie langweilig es hier ist. Da sie aber nicht ohne Grund "Wassermann" mit Nachnamen heißt und eine leidenschaftliche Wasserratte ist, legt sie die angefangene Karte doch erstmal auf die Seite und stürzt sich in die Fluten. Dass sie kurz darauf ohne Badeanzug dasteht, weil dieser dem süßen Mischlingshund Amico viel besser zu schmecken gefallen scheint als ihr und dass der noch viel süßere aber ziemlich mürrische Paolo sie in flagranti erwischt, damit hätte sie an diesem verlassenen Strandabschnitt nicht gerechnet. Noch viel weniger erwartet hätte sie, dass der Text auf der Postkarte an ihre beste Freundin am Ende des Urlaubs ganz anders ausfallen und die Begegnung am Strand erst der Anfang ihres aufregendsten und zugleich schönsten Sommerurlaubs werden würde. 2014 hat mich die Autorin Lucinde Hutzenlaub mit ihrem ersten Buch "Hallo Japan - Familie Hutzenlaub wandert aus" begeistert. Mit einer großen Schippe Humor hat sie autobiografisch von ihrem Abenteuer Japan erzählt, "Meloneneis-Sommer" ist nun ihr erstes Jugendbuch. Als Mutter 4er Kinder hat die Böblinger Autorin mit Sicherheit so einige Geschichten aus dem Alltag eines Teenagers zu erzählen und ist näher an der Zielgruppe als manch anderer. Das macht sich auch in ihrem Roman bemerkbar. Ihre junge Heldin Suki wirkte auf mich wie aus dem Leben gegriffen. Sie kam so natürlich rüber, wie das Mädel von nebenan und hat mit den typischen Problemen eines Teenagers zu kämpfen. Ihre Gedankensprünge, ihre Grübeleien und ihre Emotionen haben mich immer wieder an meine Jugend zurückdenken lassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die eigentliche Zielgruppe dieses Romans ganz wunderbar mit der jungen Heldin identifizieren und in ihr eine neue Freundin finden kann. Auch allen anderen Figuren hat die Autorin Leben und Liebe eingehaucht. Ich konnte ausnahmslos alle ins Herz schließen, auch diejenigen, die etwas blass blieben, wie z.B. Sukis Vater oder Paolos Bruder. Ich mochte das Verhältnis zwischen Suki und ihrer großen Schwester, das sich in den letzten Jahren etwas verändert hat und auch während des Urlaubs eine kleine Entwicklung durchmacht. Dass die Familie in Lucinde Hutzenlaubs Jugendroman ganz besonders groß geschrieben wird, merkt man schnell. So durfte ich nicht nur am Familienleben der Wassermanns, sondern auch an dem mit ordentlich italienischem Temperament ausgestatteten Alltag von Paolos Familie teilnehmen. Gemeinsam haben wir gelacht, geliebt, gebangt, lecker geschmaust und zum Schluss sogar kleine Mini-Tränchen verdrückt. Das Setting und die ganze Atmosphäre haben der Geschichte den letzten Schliff verpasst, um perfekt zu sein. Dieses Buch war Urlaub pur! Ich habe die Pizza Margherita geschmeckt, das Meer rauschen gehört und die Hitze gespürt, während mir der aufgeregte Amico um die Beine gewuselt und das Meloneneis in meinem Mund geschmolzen ist. Ich will mehr davon, Frau Hutzenlaub! Dieses Buch hat mir den Sommer zurückgebracht! Ich komme aus dem Dauergrinsen gar nicht mehr heraus. So erfrischend, leicht, zuckersüß, serviert mit einem ordentlichen Spritzer Zitrone. Na, und die Prise Salz darf natürlich auch nicht fehlen. Aber pssssst, das ist ein Geheimnis! Großer Lesetipp! Ich liebe es!

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