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schnaeppchenjaegerin

Posted on 18.12.2020

Hazel Grace ist sechzehn Jahre alt und lebt seit drei Jahren mit Krebs. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt noch auf der Welt ist, denn die Diagnose Schilddrüsenkrebs war niederschmetternd. Sie geht seitdem auch nicht mehr zur Schule, weshalb sich ihr Kosmos auf ihre Eltern und auf die Krebs-Selbsthilfegruppe beschränkt. Dort lernt sie den ein Jahr älteren Augustus kennen, der Knochenkrebs ein Bein verloren hat. Sie mag seinen intelligenten Humor und seine schrägen Eigenarten, möchte aber nicht, dass er sich in sie verliebt, da er sie nur verlieren wird können. Doch die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und Augustus erfüllt Hazel ihren Herzenswunsch, den Autor Peter van Houten in Amsterdam zu treffen. Denn sie möchte endlich eine Antwort darauf, wie ihr Lieblingsroman, der so offen endete, für die Protagonisten ausgegangen ist. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein hochgelobter Bestseller, der auch bereits verfilmt wurde. Es ist ein Jugendbuch, dass von Krebs und der Aussicht auf den Tod handelt, aber trotz aller Traurigkeit nicht deprimierend zu lesen ist. Hazel Grace und Augustus sind Jugendliche, die nicht jammern oder mit ihrem Schicksal hadern, sondern kämpfen und trotz der Toten aus der Selbsthilfegruppe, die sie schon überlebt haben und der düsteren Prognose in Bezug auf Hazel Pläne haben, Fragen stellen und das beste aus ihren Leben herausholen möchten. Hazels Wunsch, zu wissen, welches Ende sich der Autor Peter van Houten für ihren Lieblingsroman vorgestellt hat, ist verständlich, wenn man bedenkt, dass darin ein Mädchen an Krebs stirbt. Hazel liebt ihre Eltern und möchte nicht, dass sie verzweifeln, wenn sie selbst stirbt. Mit dem Buch hegt sie die Hoffnung nachzuempfinden, wie sich ihre Eltern mit dem Tod ihrer einzigen Tochter umgehen werden. Das Buch enthält eine schöne, hoffnungsvolle Botschaft, das Leben bis zum bitteren Ende auszukosten, beschönigt jedoch nichts. Die Einschränkungen, Schmerzen, körperliche und seelische Qualen, die der Krebs für die Betroffenen, aber auch die Angehörigen mit sich bringt, sind schonungslos geschildert. Das Buch ist diesbezüglich lebensnah und empathisch geschrieben. Vor allem in Hazel konnte man sich gut hineinversetzen und ihre Sorgen nachvollziehen. Weniger überzeugen konnte mich die Liebesgeschichte von Hazel und Augustus. Mir waren die Liebesbekundungen für unerfahrene Teenager zu dick aufgetragen. Eine rein freundschaftliche Beziehung hätte mir auch aufgrund der kurzen Zeit, die sich kannten, bevor sie ein Paar wurden, besser gefallen.

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