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thrillerleser

Posted on 13.12.2020

Pia ist sehr froh, findet das jährliche Adventstreffen mit ihrer Oma Anni und den Schwestern Katharina und Jana statt. Denn das lenkt sie von der Trennung von Freund Paul ab. Die örtliche Distanz ist das grosse Problem in ihrer Beziehung. Pia hat auf Rügen eine Karamellwerkstatt und Paul lebt auf Juist und keiner will umziehen. An dem Adventstreffen der Frauen stellt sich heraus, dass Omas Tante Hedwig am Schönenburger Strand an der Nordsee lebt. Oma und Hedwig haben sich Jahre nicht mehr gesehen und Pia begleitet ihre Oma sicherheitshalber zu dem Treffen. Denn die beiden haben sich in der Vergangenheit nicht im Guten getrennt und das erste Treffen seit langen Jahren soll Klärung bringen. Ich habe „Apfelkuchen am Meer“ gelesen und dort steht Pias Schwester Katharina im Mittelpunkt. Nun in „Eisblumenwinter“ dreht sich vieles um Pia. Ich finde die Idee absolut gelungen den Fokus einer Geschichte auf einzelne Figuren zu legen, dabei aber das Umfeld aus dem vorderen Band nicht stark zu verändern. Dadurch, dass die Autorin nach dem Treffen am Schönenburger Strand auch noch andere Figuren, abgesehen der schon bekannten Familie, einsetzt, wird es trotzdem nicht eintönig. Die Geschichte spielt in der Adventszeit und der Winter an der Ostsee ist sehr atmosphärisch beschrieben. Die Gezeiten ....ich habe in diesem Buch gelernt, dass man das so nennt .... sind eindrücklich. Der Roman handelt in einer heilen Welt. So gibt es keine Streitereien zwischen den Schwestern und sie sehen sich alles nach. Vor allem die Jüngste, Jana, kann sich viel erlauben und ihre Schwestern schmunzeln und liebevoll wird gedacht „das ist unsere Jana “. Ob das realistisch ist, sei dahingestellt, denn Auseinandersetzungen gehören doch zum Leben und einer Familie. Dadurch reihe ich das Buch eindeutig in die Sparte Wohlfühlbuch ohne grosse familiäre Probleme ein. Was an Familienstreitigkeiten aus der Vergangenheit zwischen Oma Anni und Tante Hedwig noch mitschwang, wurde im Handumdrehen besprochen, gelöst und entschuldigt. Pia betreibt eine Karamellwerkstatt und die Erwähnung von allerlei Leckereien lässt das Wasser im Mund zusammenlaufen. So verführt Pia ihre Familie und Kunden mit karamellisierten Nüssen, Fudge und Apfelkaramell. Doch auch die restlichen Figuren haben praktisch alle ein Händchen für die Koch und Backkunst. Ständig wird gebacken oder gekocht in diesem Familienroman. Rezepte, die im Buch vorkommen, findet man im Anhang des Romans. Ich mag den Schreibstil von Anne Barnes. Sie schafft es, dass man durch eine Geschichte, die gradlinig und ohne Streitereien verläuft, die Realität für ein paar Stunden ausknipsen kann.

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