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mounddiemachtderbuchstaben

Posted on 10.11.2020

„Zickiger Zuckerguss“ knüpfte fast nahtlos an seinen Vorgänger „Himmeldonnerglöckchen“ an und wir waren gleich wieder mitten im Geschehen. Das Treffen mit den lieb gewonnenen Charakteren hatten wir herbeigesehnt und es war schön, gleich am Anfang wieder auf sie zu treffen. Mit ihrem locker leichten und einer guten Portion Humor versehenden Schreibstil nahm uns Jasmin Zipperling wieder mit auf eine spannende Zeit in der Weihnachtswerkstatt. Dieses Mal musste der muffelige Hasenjunge Lutz als Praktikant mit an den Ort, den Hopsi mittlerweile so sehr liebt. Damit schuf die Autorin wieder ihre herrlich schönen Kontraste, die ich persönlich so gerne an ihren Kinderbüchern mag. Denn nichts kann eindringlicher ein unschönes Verhalten demonstrieren, wenn gleich im Anschluss erlebbar ist, wie es definitiv viel besser gehen kann. Schon im ersten Band fand ich die Aufteilung der Kapitel und deren Länge ideal. Zum Glück hatte Jasmin Zipperling an diesem Konzept festgehalten, sodass wir die 15 Kapitel wieder mit tollen Überschriften und höchstens drei seitenlangen Texte genießen konnten. Durch eine schöne Schriftgröße war das Buch nicht nur eine herrliche Einladung zum Vorlesen, sondern motivierte auch den Lesejunior zum selbstständigen Lesen. Auch in dieser zauberhaft süßen Geschichte vermittelte Jasmin Zipperling wichtige Werte kindgerecht und ohne den mahnenden Zeigefinger herauszuholen. Stattdessen erlebten wir, wie Hopsi und ihre Freunde sich gemeinsam den Herausforderungen stellten. Ganz besonders freute es mich, dass auch hier wieder eine hohe Vielfältigkeit unter den Figuren herrschte. Dabei wurde mit viel Fingerspitzengefühl auf ein sehr sensibles Thema eingegangen. Der Bruch mit feststehenden Werten wie beispielsweise nur blond gelockten Engeln, muss umsichtig erfolgen und das war hier definitiv geschehen. Ich fand es toll, dass die Charaktere auch optisch unterschiedlich waren. Egal ob Herkunft, Aussehen oder Fähigkeiten, sie alle ergaben zusammen eine harmonische Einheit, die sich gegenseitig unterstützten und förderten. Zudem begeisterte mich die Tatsache, dass die Autorin auch das Thema Vorurteile aufgriff. Wie oft entstehen Gerüchte, obwohl es gar keine gesicherten Tatsachen gibt? Dies war auch in dieser Geschichte der Fall und ich mochte die Auflösung sehr. Hier wurde pädagogisch wertvoll vermittelt, dass wir Dingen auf den Grund gehen sollten, ehe wir ein zu schnelles Urteil fällen sollten. Mit viel Fantasie, Witz und einer Menge leckerer Kekse erlebten wir Hopsis neue Abenteuer in der Weihnachtswerkstatt und hatten wieder eine Menge Spaß. Auch Liebhaber von Wortschöpfungen kommen hier voll auf ihre Kosten, denn der Weihnachtswichtel Michi hatte sogar neue Flüche im Petto, die für große Erheiterung beim Lesejunior sorgten. Wunderschön illustriert wurde die Geschichte wieder von Esther Wagner. Ihr Blick für die Details waren wirklich ein Fest und ihre Zeichnungen immer passend zum jeweiligen Kapitel umgesetzt. Auch die Stimmungen der Figuren wurden perfekt eingefangen und an uns transportiert. Es war uns eine Freude, diese eindrucksvollen Bilder zu betrachten und sie rundeten das Buch meisterhaft ab. Fazit: „Zickiger Zuckerguss“ wurde lebensfroh sowie liebevoll erzählt und illustriert. Die Abenteuer in der Weihnachtswerkstatt mit Hopsi und ihren Freunden waren stimmungsvoll und mit der richtigen Portion Humor versehen. Wir hatten viel Spaß und können das Buch nicht nur zum Vorlesen empfehlen.

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