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Jaylinn

Posted on 1.11.2020

Allgemeines: Bereits im März 2020 ist der vierte und abschließende Band der Reihe Three dark crones bei Penhaligon erschienen. Der finale Band hat im Deutschen 496 Seiten und trägt den Originaltitel Five dark fates, der tatsächlich wesentlich besser zum eigentlichen Inhalt des Buches passt. Hier könnt ihr mehr über die Reihenfolge der einzelnen Titel und die als E-books veröffentlichten Kurzgeschichten erfahren. Inhalt: „Der Krieg hat nicht nur die Insel Fennbirn in Schutt und Asche gelegt, sondern auch ihre drei Königinnen, die Schwestern Mirabella, Katherine und Arsinoe, vor schreckliche Herausforderungen gestellt. Auf Arsinoe lastet ein Fluch, und dennoch muss sie alles geben, um den bedrohlichen Nebel aufzuhalten, der die Insel zu verschlingen droht und ihrer aller Ende bedeuten würde. Derweil ist Mirabella aufgebrochen, um unter dem Banner des Friedens an den Hof von Königin Katharine zu ziehen. Diese sehnt sich insgeheim nach der Bindung, die ihre beiden Schwestern vereint, gleichzeitig will sie dem Waffenstillstand keinesfalls zustimmen. Doch nur, wenn die drei Schwestern zusammenstehen, können sie das Geheimnis ihrer blutrünstigen Göttin lüften – und dabei werden Feinde zu Freunden, Freunde zu Feinden und Königinnen zu Legenden.“ (Quelle: Penguin Random House Verlagsgruppe) Meine Meinung: Kennt ihr dieses Gefühl, wenn eine sehr gute Reihe zu Ende ist und ihr nicht wisst, wie ihr das finden sollt? Genauso ergeht es mir seit langem mit dem vierten und letzten Teil dieser Reihe. Three dark crones hat mich nun schon eine Weile begleitet. Immer wieder hat die Insel Fennbirn mich in ihren Nebelbann gezogen und jedes Mal fiel es mir schwer, aus diesem Bann wieder herauszukommen. Im vorliegenden Abschluss der Reihe schwindet der Nebel langsam – aber so richtig verabschieden möchte ich mich noch nicht von Fennbirn. Einerseits liegt das an Kendare Blakes Fähigkeiten. An ihrem Schreibstil und ihrem Geschick, die Fäden ihrer Geschichte komplex miteinander zu verknüpfen und fast alle Erzählstränge befriedigend aufzulösen. Andererseits liegt es aber auch an Blakes schonungslosem Vorgehen. Obwohl es ihr gelungen ist, dass man beinahe alle Charaktere auf irgendeine Art und Weise ins Herz geschlossen hat, geht sie mit eurem Leserherzen gnadenlos um. Nicht nur der Abschluss der Reihe, sondern auch die Handlung des Buches wird euch den ein oder anderen Charakter entreißen. Und das teilweise unerwartet und schockierend. Mehr werde ich euch dazu nicht verraten. Der finale Band wird ebenfalls aus der Sicht der Schwestern, bzw. Königinnen erzählt. Magie, Grausamkeiten, Intrigen, aber auch Liebe finden sich in ihren Erzählperspektiven auf ganz unterschiedliche Weise wieder. Licht fällt auf neue Facetten ihrer Beziehungen untereinander. Die toten Königinnen begehren auf, werden stärker und wollen mehr. Die Frage danach, wer Katharine wirklich ist, wird beherrschender und bringt eine Protagonistin zutage, die mir zum ersten Mal fast sympathisch ist. Aber auch Arsinoes und Mirabellas Perspektiven werden um interessante Aspekte erweitert. Jules und Emilia spielen dabei auch immer stärker werdende Rollen. Blake verzichtet jedoch erneut darauf, die Geschehnisse der letzten drei Teile nachzuerzählen und wirft ihre Leser direkt in die Handlung der Geschichte. Vielen Dank für diese Vorgehensweise! Und dann kommt das traurige, ja tragische Ende. Das Ende, das sich einerseits falsch und andererseits richtig anfühlt. Das so viel Hoffnung auf mehr macht und gleichzeitig endgültig zu sein scheint. So viele unterschiedliche Gefühle, die erzeugt und zunichte gemacht werden. Wenn man ein Ende so beschreiben kann, dann ist es ein verdammt gutes Ende. Trotzdem hoffe ich nach wie vor. Auf eine weitere Geschichte, einen Roman, vielleicht mit anderen Charakteren, vielleicht in der Zukunft? Vermutlich würde Blake damit viele Leser sehr glücklich machen. Ich würde dieses Buch gerne verschlingen und erneut im Nebel von Fennbirn versinken. Fazit: Ein gelungener Abschluss einer brillanten, magischen und düsteren Fantasyreihe, der gleichzeitig so viel Lust auf mehr macht.

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