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swiaty_library

Posted on 8.9.2020

Federjahr besteht aus fünfzehn Kurzgeschichten, die im Frühling, Sommer, Herbst und Winter spielen. Zudem finden sie in verschiedenen Epochen statt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat und weshalb es nicht eintönig wurde. Verschiedene Autorinnen haben sich mit eingebracht, um etwas Wunderbares zu kreieren und die verschiedenen Seiten der Liebe, dessen Gefühle und Momente aufzuzeigen und zu beleuchten. Ich muss zugeben, dass ich zu spät gelesen habe, dass „Federjahr“ eine Anthologie ist und somit Kurzgeschichten enthält. Seit ich denken kann, bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, da mir immer etwas Entscheidendes fehlt. Dennoch wollte ich der Anthologie eine Chance geben und ich muss sagen, dass mir zwei Geschichten wirklich gut gefallen haben und ich davon gerne noch mehr hätte lesen wollen. Bei den anderen hingegen, war es mir zu gekünstelt und zu gewollt, weshalb ich viele Situationen und Gespräche zwischen den Protagonisten nicht nachvollziehen konnte. Einige Szenen wurden mir zu schnell eingeworfen, sodass ich nicht verstand, weshalb jetzt und nicht ein paar Zeilen später. Natürlich kann sich eine Kurzgeschichte nicht an Kleinigkeiten aufhalten und muss fortlaufen, aber das war in meinen Augen zu schnell, sodass es mir nach diesen Szenen zu künstlich und gestellt wirkte. Daraus resultierte, dass ich mit den Protagonisten nicht mitfühlen konnte, sie geschweige verstanden habe, warum sie so handeln. Nur der Romantik wegen schnell mal eingelenkt? Vieles habe ich einfach nicht als realistisch empfunden und mich so manches Mal gefragt: »Warum wurde jetzt bitte so gehandelt? Warum sagt sie das jetzt?« Vielleicht hätten es ein paar mehr Sätze verständlicher gemacht, mir näher gebracht, dass ich es einfach verstehen und fühlen kann. Zumal es zwei Kurzgeschichten auch wirklich auf den Punkt gebracht haben. Sie waren emotional, ließen mich schmunzeln und gaben mir sogar das Gefühl mittendrin im Geschehen zu sein.

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