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Anastasia

Posted on 18.8.2020

Der Einstieg in das Buch fällt einem sehr leicht, der Schreibstil der Autorin lässt sich wirklich wunderbar und flüssig lesen. Eine eher nüchterner Schreibstil der trotzdem unterschwellig poetisch rüberkommt. Doch es braucht einige Seiten bis man das besondere an diesem Buch erkennt. Die Thematik wurde von der Autorin wirklich so gut umgesetzt ohne dabei irgendwelche Klischees aufzugreifen. Man ist so tief mit der Gedankenwelt von Vanessa verankert und erfährt jedes einzelnen Detail das ihr durch den Kopf geht. Man versucht sie zu verstehen und hat eben noch das Gefühl es zu tun, aber nur kurze Zeit später schüttelt man den Kopf und kann nich fassen was sie sagt oder tut. Man denkt sich nur "es ist doch offensichtlich was da vor sich geht, wieso sieht sie es nicht?" Gleichzeitig ist auch Strane ein interessanter Protagonist. Er schafft es, dass man eine abgrundtiefe Abneigung gegen ihn entwickelt auch wenn Vanessa ihn noch so in Schutz nimmt und ihn als ihren Lebensinhalt sieht. Seine manipulative Art kommt zum Vorschein und offenbart sein wahres Ich und da kann man gut erkennen wieso Vanessa so denkt oder handelt. 🖤 Dieser Roman ist vielschichtig und ich kann wirklich nur schwer "das besondere" an ihm beschreiben. Es ist diese subtile, undaufdringliche Art der Geschichte, die einen dazu bewegt, sich selbst eine Meinung zu dem ganzen zu bilden und die zeigt, wie viel mehr hinter Sachen steckt die man als offensichtlich bezeichnet. Das Buch "Lolita" von Nabokov spielt hier auch eine zentrale Rolle und ich wünschte ich hätte es schon vorher gelesen. Ich denke es wäre auch nochmal interessant, das Buch, mit dem background Wissen aus "Lolita", zu lesen. 🖤 Aufjedenfall ist "Meine dunkle Vanessa" ein Highlight aus diesem Jahr!

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