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Harakiri

Posted on 27.7.2020

Ein ungewöhnlicher Ort, sich kennenzulernen und zu verlieben: Finch und Violet treffen sich auf dem Sims eines hohen Turmes und retten sich gegenseitig das Leben. Beide tragen sich mit Selbstmordgedanken, beide wollten wissen, wie das so ist, wenn man dem Tod ins Auge sieht. Doch ihr Kennenlernen gibt beiden wieder Mut und zusammen gehen sie das Weiterleben an. Allerdings ist das nicht so einfach. Denn Finch ist krank – und die Liebe zu Violet womöglich nicht groß genug…. „Morgen muss ich zu meinem Dad zum Sonntagsessen, aber heute bin ich hier.“ Ein Satz, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Zwingen wir unseren Kindern zu viel auf? Schieben wir sie hin und her wie wir sie brauchen? Und was macht das mit unseren Kindern? Im Falle von Finch (ACHTUNG SPOILER) endet es tragisch. Sein gewalttätiger Vater und die lieblose Mutter können ihn nicht auffangen. Inwieweit ist deren Handeln für Finchs Krankheit verantwortlich? Die Autorin will aufrütteln und zum Nachdenken anregen, so schreibt sie im Nachwort. Und das gelingt ihr auch. Das Buch beginnt eigentlich recht gemächlich, nachdem Finch und Violet wieder vom Turm unten sind. Finch versucht, Violet zu erobern und seine Art ist manchmal etwas grob, weswegen er mir anfangs auch etwas unsympathisch war. Doch er kann auch anders und so werden die beiden ein Paar. Violet als Charakter stand mir eher nahe und so habe ich mich dann doch für die beiden gefreut. Zusammen erleben sie wunderbare Tage, doch das Leben ist wie eine Fahrt auf der Achterbahn: mit Höhen und Tiefen! Richtet sich das Buch hauptsächlich an Jugendliche, können doch auch Eltern ihre Lehre daraus ziehen und evtl. erste Warnzeichen bei ihren Kindern erkennen oder das Gespräch suchen.

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