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kupfisbuecherkiste

Posted on 29.6.2020

Ko Bo Bo lebt mit seinem Onkel U Ba Ba in einem kleinen Dorf namens Kalaw. Dort geht Bo Bo noch zur Schule, danach kümmert er sich um seinen Onkel. Ab und zu besucht er seinen einzigen Freund Ko Aye Min, mit dem er Schach spielt oder am Computer spielen kann. Denn in seiner Schule wird Bo Bo gehänselt, da eine große Narbe sein Gesicht entstellt. Einmal im Jahr kommt ihn sein Vater Thar Thar besuchen. Doch weder Thar Thar noch Ba Ba sprechen sich über Bo Bos Mutter aus. So hat Bo Bo kaum Erinnerungen an seine Mutter, ausser einem großen Feuer. Bo Bo lässt aber nicht locker. Und so bittet er solange seinen Onkel, von seiner Mutter zu erzählen, bis sich Ba Ba erweicht und eine Geschichte erzählt, die von einer großen Liebe erzählt, die über Grenzen und Zeit hinweg geht. Julia – so heißt Bo Bos Mutter – und Thar Thar haben sich in einer Zeit kennen gelernt, in der Julias Mutter versucht hat, den Sinn des Lebens zu finden, und ihre Dämonen zu bekämpfen. Thar Thar hilft ihr, wieder eine gewisse Sicherheit zu gewinnen. Doch um Bo Bo zu schützen, zieht sie sich zurück, und so wächst Bo Bo bei seinem Onke Ba Ba auf. Jan-Philipp Sendker gehört zu einem meiner Lieblingsautoren. Sein Talent, eine Geschichte so bildhaft und gefühlvoll zu erzählen, sucht oft genug seines gleichen. Für meinen Teil war ich leider noch nie in Burma, und dennoch kann ich mir die Umgebung lebhaft vorstellen. Seine Charaktere erwachen zum Leben, und man fühlt sich mit ihnen verbunden. Die Geschichte über das Gedächtnis des Herzens hat eine Tiefe, die bewegt. Sie hätte nicht nur in Burma spielen können, sondern auch irgendwo anders in der Welt. Eine Geschichte über die persönlichen Ansprüche, über Erinnerungen, die auch schmerzhaft sein können. Erinnerungen, die einen prägen, und zu dem machen, was man ist. Jan-Philipp Sendkers Bücher regen zum Nachdenken an. Und doch sind sie Geschichten, die das Herz bewegen, und noch sehr lange nachwirken. Ich hoffe, Jan-Philipp Sendker hört nie auf, zu erzählen.

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