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weirdjule

Posted on 29.6.2020

Mitten im Buch kam mir der Gedanke, dass die Sprache dieser traurigen, fast schon betäubten Atmosphäre wirklich gerecht wird. Der Verlust der Mutter, das verkorkste Liebesleben, der Vater, den die Protagonistin nie hatte, der Mitbewohner, der vielleicht doch mehr ist, als ein guter Freund. Man möchte die Hauptfigur am liebsten kräftig schütteln zwischendurch. Emotionen ruft das Buch also durchaus hervor. Aber am Ende war es doch eher ein Aufatmen, sich durch die Geschichte endlich durchgekämpft zu haben. Ob es nun der Stil an sich war oder die Langatmigkeit der Erzählung – das kann ich nicht richtig auseinander dividieren. Aber vielleicht wäre eine bessere Betreuung durch das Lektorat hilfreich gewesen, wer weiß?! Der Stoff würde ja Raum für mehr Spannung bieten. Überflüssig? Zeitverschwendung? Irgendwas dazwischen? Zumindest kann ich keine Empfehlung aussprechen, denn den Umgang mit Verlust und Tod in Bezug auf den Stellenwert des eigenen Lebens haben andere schon deutlich besser, unterhaltsamer oder spannender erzählt.

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