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nasa

Posted on 26.6.2020

Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes ist ein Buch was einen ziemlichen Hype ausgelöst hatte. Da ich bei solchen Büchern oft automatisch auf Abstand gehe war ich mir auch erst nicht sicher ob ich es wirklich lesen möchte. Nachdem ich vor längerer Zeit aber den Film gesehen habe war ich nun doch neugierig geworden. Also habe ich nun das Hörbuch gehört. Und was soll ich sagen  großen und ganzen hat es mich wirklich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Lou hat ihren Job im Kaffee verloren und muss sich auf die Suche nach einer neuer Arbeit begeben. Sie bekommt ein befristetes Jobangebot mit einer wirklich guten Bezahlung. Sie soll Will bei alltäglichen Dingen helfen. Dieser hatte vor zwei Jahren einen Motoradunfall und hat keinen Lebensmut mehr. Für Lou und Will beginnt eine schwierige Zeit. Die beiden verändern das Leben des jeweils anderen. Die Autorin hat eine sehr schöne Art zu schreiben und den Leser mit auf eine Gefühlsfahrt durch Berg und Tal mitzunehmen. Sie schreibt sehr emotional und berührt den Leser tief. Sie spielt mit Komik, Drama, Ernst und Spannung und spinnt so eine Geschichte zusammen die einen nicht so schnell wieder loslässt. Mich persönlich hat es nachdenklich gemacht. Auf der einen Seite kann ich Lou sehr gut verstehen, aber auch Wills Seite ist sehr plausibel und nachvollziehbar. Es ist eine Zwickmühle in  der der Leser bzw Hörer ist, da er beide Seiten gut versteht und am Ende doch immer vom guten ausgehen möchte. Auch finde ich es moralisch teilweise fraglich für was Will sich entschieden hat, obwohl ich es verstehen kann. Aber unterstützen würde ich ihn dabei nicht.  Was die Sprecher angeht fand ich es sehr schön das es mehrere waren und als die Geschichte aus einer anderen Sicht erzählt wurde auch ein anderer Sprecher dran war. Die meiste Zeit wird das Buch aus der Sicht von Lou erzählt. Ihre Sprecherin hat mich zeitweise etwas genervt gehabt. Sie hat keine interessante Stimmfabel und hatte auch manchmal Probleme mit ihrer Stimme zu spielen um die richtigen Emotionen rüber zu bringen. Mein Mann hatte einmal kurz mitgehört und meinte welche Depressionen denn die Sprecherin habe oder ob sie eine Trauerrede vorträgt. Also ganz so extrem würde ich es nicht ausdrücken, aber es stimmt sie hat durch ihre Betonung oft etwas depressives hervorgerufen. Das war an machen Stellen passend aber nicht dauerhaft über das gesamte Hörbuch notwendig.  Alles in allem war dies ein sehr schönes und berührendes Hörbuch das einem nachdenklich macht. Es unterhält aber auch gut und nimmt einem mit auf eine Reise der verschiedensten Gefühle.

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