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dramaya

Posted on 17.6.2020

Ein leuchtender und spannender Thriller über die modernen Gefahren unserer Gesellschaft Der Thriller “Der Fahrer” von Andreas Winkelmann umfasst 400 Seiten und ist beim ROWOHLT Taschenbuch Verlag erschienen. Andreas Winkelmann präsentiert uns hier den dritten Fall des Hamburger Polizeikommissars Jens Kerner und seiner Kollegin Rebecca Oswald: Ein Serienmörder treibt in Hamburg sein Unwesen. Er scheint es auf Kundinnen des Fahrdienstes MyDriver abgesehen zu haben und spielt mit dem Hashtag #findemich über Instagram mit der Polizei ein perfides Spiel. Eine rasante Jagd um Leben und Tot beginnt, bevor die Opfer als leuchtendes Beispiel der Inkompetenz der Polizei tot und angemalt mit fluoreszierender Farbe präsentiert werden. Andreas Winkelmann schafft es auch in diesem Buch aus alltäglichen Situationen eine spannende, rasante und sehr realistische Atmosphäre zu kreiren, die mich bereits ab der ersten Seite gefesselt hat. Insbesondere der Bezug zu aktuellen und modernen Themen wie Hashtags und den sozialen Netzwerken geben dem Thriller ein gewissen Etwas, dass hoffentlich einige der Leser zum Nachdenken bringt. Der Schreibstil ist flüssig und die Spannungskurve ist großartig umgesetzt. Der Plot wirkt zu keiner Zeit konstruiert und regt zum Miträtseln an. Trotzdem schafft es der Autor, mich mit dem Täter und den Zusammenhängen zu überraschen. Bei diesem Teil mag ich insbesondere auch die Verflechtungen des Beruflichen und Privaten des Ermittlerduos. Der Serienmörder scheint es auf den Ermittler Jens Kerner abgesehen zu haben und wir lernen so Teile seiner Vergangenheit kennen. Der Charakter erhält dadurch mehr Tiefe und wird für den Leser sogar noch sympathischer. Die Balance ist wirklich gut gewählt und der Fokus immer noch auf den eigentlichen Ermittlungen. Der Thriller ist auch ohne Vorkenntnis der anderen Fälle des Ermittlerduos sehr gut lesbar und steht für sich. Ich kann ihn (fast) uneingeschränkt empfehlen, es ist wirklich eine tolle Lektüre. Für mich war leider die Auflösung nicht ganz logisch und daher gibt es nur 4 von 5 Sternen. Trotzdem wirklich lesenswert!

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