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frau_von_boedefeld

Posted on 3.6.2020

Robert Corvus hat mit Schattenkult eine düstere Dark Fantasy-Geschichte kreiert, die mich einerseits vor riesige Fragezeichen gestellt und auf der anderen Seite aber auch auf eine Weise gepackt hat, die noch anhaltend nachwirkt. Der Zeitrahmen der Handlung ist eng gesteckt. Innerhalb einer Nacht werden die drei Protagonistinnen in eine Entwicklung geworfen, die ihresgleichen sucht. Grob zusammengefasst gilt es einem Orakel ein Geschenk darzubringen, um im besten Fall in einer persönlichen Audienz die Antwort auf eine Frage zu erhalten. Inmitten von Anhängern des Schattenkults, einem gehörnten Halbgott, geflügelter, ätherischer Wesen und einigen weiteren Gestalten, entspinnt sich eine finstere Geschichte in einem düsteren Setting (da erhellt auch die Bezeichnung des Handlungsortes „Regenbogenpalast“ nichts) mit reichlich Wendungen, deren Sinn sich mir erst zum Ende erschloss. Durch dieses große Fragezeichen, welches mich gleich von Anfang an begleitet hat, empfand ich das Lesen eher als stockend - eventuell hätte ich vorher die Schattenherren-Trilogie lesen sollen? Ich konnte weder Personen noch deren Handlungen oder Ziele irgendwo einordnen. Die Konfrontation der Protagonistinnen mit der eigenen dunklen Seite, die wir doch alle irgendwo in uns haben, fand ich dagegen durchaus gelungen. Gerade auf den letzten Seiten wurde der ein oder andere Gedanke angestoßen, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich würde aktuell nicht ausschließen, dass ich irgendwann nochmal zu dieser Lektüre greife.

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