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damarisdy

Posted on 27.5.2020

Vielen lieben Dank an den Piper-Verlag, der mir den Titel "Insta Love – Nur perfekt ist gut genug" von Tine Nell zur Verfügung gestellt hat, ich habe mich sehr darüber gefreut. Das Buch hat mich von seinem hübschen Cover her, aber auch auf Grund seines Klappentextes angesprochen. In der heutigen Social Media Zeit fand ich dieses Thema ziemlich passend und ich fragte mich, was die Autorin Tine Nell daraus machen würde. Sie war mir bisher noch unbekannt. Allerdings sprach für sie, dass sie schon einen Teil der "Read!Sport!Love!"-Reihe geschrieben hat, die ich sehr gelungen finde. Dieser Teil steht auch noch auf meiner Wunschliste, da ich noch nicht alle Bände gelesen habe. Der Start in die Geschichte fällt mir leicht, ich lerne die Protagonisten Jules und Paul kennen, aus dessen Sichtweise abwechselnd berichtet wird. Dies geschieht in der Ich-Perspektive und ich bekomme so den größtmöglichen Zugang zu ihnen beiden. Jules ist ein angesehenes Model und muss ständig auf ihr Äußeres bedacht sein – das wäre nichts für mich. Ständig auf die Ernährung achten, sporteln bis zum Umfallen und regelmäßig einzigartige und hübsche Fotos posten, keine leichte Sache. Das bedenkt man bei den tollen Posts auf Instagram meistens nicht und oft beneidet man die tollen Models mit den vermeintlich perfekten Leben sogar, doch dieses Hintergrundwissen haben wohl wenige. Und es wird schnell vergessen, dass wir in einer Welt leben, in der Photoshop alles möglich macht – das weiß ich aus meinem Job als Grafikerin nur zu gut. Jules schlägt sich also so durch, ist aber irgendwie unzufrieden mit ihrem Beruf. Außerdem hat ihr Ex sie betrogen und das geht durch die ganzen Medien, ein Nachteil eines hohen Bekanntheitsgrades. Sie muss sich überlegen, wie sie mit all dem umgeht, vor allem, als sie Paul kennenlernt, mit dem sie ein neues Projekt hat. Und dann ereignen sich noch Dinge, die ihr Leben gravierend verändern und Jules muss sich fragen, wer wirklich auf ihrer Seite steht. Jules ist mir direkt sympathisch. Ich kann ihre immer größer werdende Skepsis gegenüber ihrem Job gut verstehe und finde, dass sie trotz ihres Erfolges auf dem Boden geblieben ist. Allerdings legt sie einfach viel zu viel Wert auf die Medien und die Meinungen der Leute. Wie viele Follower habe ich? Wie viele Likes für ein neues Foto? Mit all den Fragen quält sie sich lange, vor allem, weil sie da sehr von ihrem Exfreund geprägt wurde, der dem einen viel zu großen Wert beimaß. Paul ist da anders und kitzelt in ihr ihre eigentliche Seite heraus. Allerdings plagen ihn auch viele Unsicherheiten... wird das, was sich aus ihnen beiden entwickelt, bestand haben? Denn ihnen werden einige Steine in den Weg gestellt... Dieses Buch zeigt typische Denkmuster und Verhaltensweisen der heutigen Zeit auf und regt zum Nachdenken an. Durch die gravierenden Ereignisse wird dem Leser bewusst, was oftmals tatsächlich hinter dem Leben eines Influencers steckt und er bekommt ein besseres, klareres Bild. Außerdem regt es dazu an, diese ganzen "Must-Haves" zu überdenken und zu hinterfragen. Es inspiriert dazu, über den Tellerrand hinaus zu schauen und weniger Wert auf Meinungen aus dem Internet – und auch generell – zu geben. Denn was wirklich wichtig ist, ist doch das, was uns ausmacht, die Menschen, die wir lieben, usw. Das echte Leben eben. Die Geschichte entwickelt sich spannend und liefert einige Wendungen. Insgesamt hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht. Auch manche Verhaltensweisen (beispielsweise Pauls Reaktion) kann ich nicht ganz so nachvollziehen. Der Funke ist nicht zu 100% bei mir übergesprungen. Das Ende ist aber sehr rührend und alles klärt sich auf. Ich gehe nun mit einem neuen Bewusstsein mit den sozialen Medien um und dafür bedanke ich mich bei der Autorin :) Eine Lese- und Kaufempfehlung für "Insta Love – Nur perfekt ist gut genug" und 4 gute Sterne ****

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